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Der Wettbewerb lebt 

Bild: Maico Amorim

Das Jahr 2024 steht für Europa im Zeichen des Wettstreits. Bei der anstehenden Europawahl wird die zukünftige politische Richtung in der EU definiert.
Die Herausforderungen, vor denen Europa steht, sind groß. Es geht um Demokratieerhalt, Meinungsfreiheit und Klimaschutz. Es geht darum, ein Erstarken der rechten politischen Ränder mit der Gefahr des zunehmenden Nationalismus bzw. Populismus zu verhindern. Es geht um ein Europa, das allen Menschen offensteht, unabhängig von Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung. Europa ist ein starkes und resilientes Gebilde, das schon viele Krisen überstanden hat. Ich bin sicher, wir werden auch die aktuellen Herausforderungen meistern.

Gerade die im Sommer stattfindende Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele können Menschen aus allen Teilen Europas zusammenbringen und ein Gefühl der Gemeinschaft entstehen lassen. Und zeigen, dass Europa mehr ist als nur ein Wirtschaftsraum. 

Um diesen geht es bei einem ganz anderen Wettstreit. Sportlich geht es in den kommenden Monaten auch in Europas Messelandschaft innerhalb der Augenoptik zu. Opti und Mido sind wichtige Plattformen für die Branche. Beide haben dieses Jahr besonders gute Besucherergebnisse eingefahren und viele zufriedene Aussteller hinterlassen.

Die Opti als erste Messe dieses Jahres wurde belohnt für die Anstrengungen und Ideen, die im vergangenen Jahr ins neue Messekonzept eingeflossen sind. Die letzten Monate – mit der geleisteten Überzeugungsarbeit – hatten sich gelohnt. Die gerade erst beendete Mido zeigt ein ähnlich positives Bild der Branche, allerdings mit ihrem USP in Richtung Internationalität. 

Trotz solcher Impulse darf man dabei eines nicht vergessen:
Die Transformation der Branche und damit auch der Messelandschaft hat gerade erst begonnen und wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen. Im gleichen Atemzug auch die Verschärfung des Wettbewerbs untereinander, um die Flächen mit zahlenden Ausstellern zu füllen.

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Der Blick auf das Jahr 2025 heizt den beidseitigen Wettbewerb zwischen den Messestandorten München und Mailand bereits weiter an. Es wird gestichelt und die Krallen ausgefahren. Denn die zeitliche Nähe der Opti und Mido im kommenden Jahr – nur eine Woche liegt zwischen beiden Terminen – setzt Messebetreiber und Aussteller mächtig unter Druck. Im Grunde geht es allein um München. Kann die Opti ihr Hoch bei Besuchern und Ausstellern behaupten? Fällt sie zahlenmäßig vielleicht nur wenig ab? Oder kommt der Absturz? Letzteres wohl eher nicht. Zu gut war die Stimmung bei den zahlreichen Besuchern, die trotz Bahnstreik und voller Autobahnen zur Messe gekommen sind. Das lässt erwarten, dass die meisten mit Interesse auch im kommenden Jahr wieder dabei sein werden. 

Im Spotlight stehen natürlich die Aussteller, die der GHM auch Umsatz bringen. Wird deren Zahl sinken? Entscheidungen werden hier neben den finanziellen Überlegungen – also was eine Messeteilnahme gebracht hat – vor allem unter einem Aspekt gefällt werden: der Logistik bei einer Teilnahme an beiden Messen. Ohne zweiten Messestand bedeutet das ein Rennen gegen die Zeit, indem man Messestände schnellstens in München nach Messeende abbauen, nach Mailand schaffen und dort wieder rechtzeitig bis zum Messebeginn aufbaut. Ein Zeitfenster von nur wenigen Tagen ist hier geöffnet.

Die Diskussionen um die Termine der beiden Wettbewerber haben gleich nach Bekanntgabe des Opti-Termins begonnen. Warum steht für die Bau-Messe in München kein anderer Termin zur Verfügung oder warum bewegt sich nicht einfach die Mido eine Woche weiter in den Februar hinein? 

Erinnert man sich an die letzten Anstrengungen im Wettbewerb um Messeteilnehmende, wird das neue Münchner Hoch sicherlich nicht kampflos aufgegeben. Mental sollte man bei der GHM für den kommenden Marathon jedenfalls gerüstet sein. 

Spannend wird es sein, wann die Entscheidungen bei den Ausstellern für die Opti bzw. auch die Mido fallen werden. Jetzt, unmittelbar nach der Messe in Mailand? In den kommenden Monaten oder gar erst nach Ende der dritten europäischen Messe, der Silmo? Dann erst wird sich für die Augenoptiker ein vollständiger Blick auf mögliche Besucherkonzepte und Highlights ergeben, die wieder Lust auf Messe machen. 

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