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Fielmann: Wachstum beim E-Commerce, Rückgang beim Gewinn

Fielmann-Filiale
Fielmann-Filiale. Bild: Mickis Fotowelt/stock.adobe

Die neuen Quartalszahlen

Der Krieg in der Ukraine, die hohe Inflation und die sinkende Konsumstimmung belasten weiter die Ergebnisse der Fielmann-Gruppe. Für die ersten neun Monate des Jahres hat das Unternehmen nun die endgültigen Quartalszahlen präsentiert – und neben einem deutlichen Gewinnrückgang ein beträchtliches Wachstum beim E-Commerce erzielt.

Im dritten Quartal weitete Fielmann seinen Absatz um 2,8% auf 2,23 Millionen Brillen aus (Vorjahr: 2,17 Millionen Brillen). Der Außenumsatz wuchs um 0,9% auf 536,4 Millionen € (Vorjahr: 531,6 Millionen €) und der Konzernumsatz um 0,4% auf 462,7Millionen € (Vorjahr: 460,8 Millionen €). Der Gewinn nach Steuern sank um 22,5 Millionen € auf 36,3 Millionen € (Vorjahr: 58,8 Millionen €).

Die ersten drei Quartale

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte die Fielmann-Gruppe ihren Absatz in den ersten drei Quartalen um 5,5% auf 6,39 Millionen Brillen (Vorjahr: 6,06 Millionen Brillen). Der Außenumsatz stieg im gleichen Zeitraum um 5,4% auf 1,53 Milliarden € (Vorjahr: 1,45 Milliarden €), während der Konzernumsatz um 5,3% auf 1,32 Milliarden € (Vorjahr: 1,25 Milliarden €) zulegte. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen, insbesondere aufgrund von Währungseffekten, um 44,9%.

Besonders stark wuchs das E-Commerce-Geschäft mit +39%. Insgesamt verschickte das Unternehmen mehr als eine Million Pakete an seine Kunden. Mit dem weiteren Rollout der Omnichannel-Plattform erwartet man auch in den kommenden Monaten starkes Wachstum. Da aber Korrektionsbrillen nach wie vor stationäre Messungen und Services erfordern, sei das Versandgeschäft noch immer geprägt von margenschwächeren Sonnenbrillen und Kontaktlinsen. Dieser Produktmix treibt also den Umsatz, trägt aber nur unterproportional zum Ergebnis bei. Darüber hinaus würden auch die „garantiert günstigen Preise“ sowie zusätzliche Kosten im Zusammenhang mit den Jubiläums-Aktionen rund um „50 Jahre Fielmann“ die Ergebnisentwicklung beeinflussen.

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Die Fielmann-Gruppe wuchs im Vergleich zum Vorjahr in allen wesentlichen Märkten. In Italien, Slowenien, Spanien und in mehreren osteuropäischen Ländern verzeichnete man ein zweistelliges Wachstum. Wesentlich für die Ergebnisentwicklung sei unter anderem die Anpassung von Gehältern in den Niederlassungen, durch die der Personalaufwand nach neun Monaten um 43 Millionen € auf insgesamt 564,6 Millionen € (Vorjahr: 521,7 Millionen €) stieg. Das Ergebnis vor Steuern belief sich nach neun Monaten auf 141,0 Millionen € (Vorjahr: 181,3 Millionen €).

Investieren – auch in Krisenzeiten

Vor dem Hintergrund der aktuellen schwierigen Marktlage erwartet man in Hamburg für das Gesamtjahr 2022 einen Außenumsatz von rund 2 Milliarden € (Vorjahr: 1,94 Milliarden €), einen Konzernumsatz von etwa 1,75 Milliarden € (Vorjahr: 1,68 Milliarden €) und ein Vorsteuerergebnis (EBT) von mehr als 160 Millionen € (Vorjahr: 209,7 Millionen €). Jüngst hat Fielmann sich am israelischen Deep-Tech-Unternehmen Deep Optics beteiligt, das auch im Bereich Smart Glasses tätig ist, Ende August waren es 65 Millionen € für eine neue Hightech-Produktionsstätte in Tschechien.

Marc Fielmann, CEO der Fielmann-Gruppe: „Während viele Mitbewerber in der Krise ihre Preise bereits deutlich erhöht haben, denken wir langfristig und investieren – wie in vorangegangenen Strukturreformen und Krisen – antizyklisch in garantiert günstige Preise und damit in unsere Marktposition. Das zahlt sich langfristig aus, denn in wirtschaftlich angespannten Zeiten kaufen Kunden dort, wo sie garantierte Qualität zu günstigen Preisen erhalten. In der Augenoptik und Hörakustik ist das die Fielmann-Gruppe. Unsere erfolgreiche Neukundengewinnung bestärkt uns darin, diesen Weg entschlossen weiterzugehen.“

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