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Spectaris: Bürokratieabbau in der Hilfsmittelversorgung gefordert

Aktenordner stapeln sich auf einem Tisch
Auch digitalen Nachholbedarf sieht der deutsche Industrieverband Spectaris bei der Hilfsmittelversorgung. Bild: Wesley Tingey/Unsplash

Deutscher Industrieverband legt zehn Empfehlungen vor

Die gesetzlichen Krankenkassen kümmern sich jährlich um rund 30 Millionen Versorgungen mit Hilfsmitteln. Im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Krankenkassen, Versicherten und Hilfsmittel-Leistungserbringern gibt es aus Sicht des Fachverbandes Medizintechnik im deutschen Industrieverband Spectaris allerdings erhebliches Potenzial für den Abbau von Bürokratie rund um die Administration dieser Versorgungen.

Aus diesem Grund hat Spectaris Empfehlungen gegen überbordende Bürokratie in der Hilfsmittelversorgung erarbeitet und veröffentlicht. Die Vorschläge stehen in Übereinstimmung mit den Zielen des Eckpunktepapiers des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zum Bürokratieabbau vom Oktober 2023 und ergänzen diese.

Für den Bereich der Hilfsmittelversorgung beinhaltet das Eckpunktepapier des BMG bereits einige Maßnahmen. Doch lediglich die Entlastungsvorschläge in Bezug auf die Betreiberpflichten bei Medizinprodukten und zur Vereinfachung der administrativen Verfahren im Hilfsmittelbereich haben laut Spectaris das Potenzial, zu spürbaren flächendeckenden Entlastungen der Hilfsmittelbranchen zu führen. Marcus Kuhlmann, Leiter des Fachverbandes Medizintechnik, betont: „Unsere Vorschläge sind als Antwort auf das Eckpunktepapier des BMG konzipiert, um bürokratische Hürden zu überwinden und die Effizienz sowie Qualität in der Hilfsmittelversorgung zu steigern.“

Eine Schlüsselmaßnahme ist die zeitnahe Anpassung der aktuellen Rahmenempfehlung, um Versorgungs- und Abrechnungsprozesse zu vereinfachen und zu vereinheitlichen. Spectaris schlägt dazu die Einrichtung einer Arbeitsgruppe vor, bestehend aus Experten der Krankenkassen und der Hilfsmittel-Leistungserbringer beim Bundesministerium für Gesundheit, um die Versorgung effizienter zu gestalten.

Entschieden setzt sich Spectaris auch für die Einführung von einheitlichen Rahmenverträgen ein und greift hier den Vorschlag des BMG aus seinem Eckpunktepapier auf. Diese Verträge sollen klare Regeln für allgemeine Verwaltungs- und Abrechnungsprozesse sowie deren erforderliche Dokumentation festlegen, während die individuelle Verhandlung von Preisen und Dienstleistungen unberührt bleibt. „Mit einheitlichen Rahmenverträgen grenzen wir uns auch von anderen Vorschlägen ab, die sogenannte Leitverträge, also Verträge, bei denen auch Preise und andere vertragsindividuelle Leistungen vereinheitlicht sind, einführen und somit den Wettbewerb unterbinden wollen“, so Kuhlmann weiter.

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Zudem müsse auch in der Hilfsmittelversorgung mehr digitalisiert werden. „Viele Prozesse könnten längst digital und damit unbürokratischer erfolgen, wenn die Hilfsmittel-Leistungserbringer wie die Apotheken und andere Leistungserbringer an die Telematik-Infrastruktur angebunden wären. Stattdessen wurde die Anbindung nochmal um ein Jahr auf 2027 verschoben“, kritisiert Kuhlmann.

Die Empfehlungen von Spectaris sind ein klares Signal für mehr Transparenz, Effizienz und weniger Bürokratie in der Hilfsmittelversorgung. Die Umsetzung dieser Empfehlungen verspreche nicht nur eine höhere Zufriedenheit für Patienten, sondern auch eine nachhaltige Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Leistungserbringern und Krankenkassen.

Weitere Informationen und das Papier mit den zehn Empfehlungen sind zu finden auf www.spectaris.de.

Quelle: Spectaris

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