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Visionix: Viele Wege der Vernetzung

Bild: Su San Lee/unsplash.com

Visionix schreitet in Richtung Zukunft der Augenoptik

Anlässlich eines Geschäftsführerwechsels und einer neuen Ausrichtung in Deutschland, die sich auf ändernde Marktrends beziehen sollte, lud Visionix Vertreter der Fachpresse in die Ratinger Firmenzentrale ein. In dem Gespräch Anfang März erfuhr der FOCUS mehr über die Kernthemen des Technologie-Experten und erhielt einen Ausblick auf Erwartungen an den Markt seitens des Unternehmens. Merklich viel Optimismus inklusive – und der Wille, Menschen digital miteinander zu vernetzen.

In einem unscheinbaren Gebäude in Ratingen (bei Düsseldorf) liegt die Zentrale von Visionix, das zuletzt noch bis 2022 unter Luneau Technology firmierte. Das Unternehmen zählt sowohl Augenoptiker und Optometristen als auch Ophthalmologen zu seinen Kunden. Um eine bessere Brücke zwischen den beiden Berufsgruppen zu bauen, verantwortet seit Beginn des Jahres nun Thomas Seitz die Geschicke des international aufgestellten Unternehmens.

Seitz kommt aus der Ophthalmologie, wo er lange Zeit im Vertrieb der Medizintechniksparten größerer Firmen wie Zeiss und Hoya arbeitete. Der neue Geschäftsführer Visionix Deutschland sagt von sich selbst, dass er noch nie den Job gewechselt hat, um im reinen Verwaltungsmodus zu agieren.

Doch nicht jeder Stein soll jetzt umgedreht werden, den Sektor Zuverlässigkeit im Produktbereich wolle man weiter abdecken mit den altbekannten Marken Weco und Briot (Schleifautomaten). Die Komponente Innovation bei Visionix decken dafür Themen wie Automatisierung, Künstliche Intelligenz und Deep Learning ab – und das mündet ganz aktuell in neuen Lösungen für das digitale Augenscreening und die Refraktion. 

Refraktion aus der Ferne

Bei letztgenanntem Punkt, der Königsdisziplin des Augenoptikers schlechthin, setzt das Unternehmen nun auch auf die Remote-Refraktion. Dort sieht Seitz besonders auch das „preissensitive Segment“ oder Geschäfte, wo es Probleme gibt, ausgebildetes Personal zu finden, als Zielgruppe. 

Hierfür ist das EyeRefract-System gedacht, mit der kombinierten subjektiven und objektiven Refraktion. Der eine refraktionierende ausgebildete Augenoptiker könne nun mehrere Standorte über Videotelefonie und einem Softwaresystem bedienen. Das Termin-Managementsystem hintendran erleichtere die Koordinierung.

Erste Anfragen zu dem Thema Fernrefraktion seien zunächst aus Skandinavien gekommen, wo in vielen Regionen enorme Wege zum Augenoptikgeschäft zurückgelegt werden müssten. Und das für den Augenoptiker und den Kunden.

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Hohe Ambitionen beim Screening

Die anspruchsvollen Geräte soll der Augenoptiker idealerweise auch in vollem Umfang ausnutzen. Das gelinge nur, wenn er sie auch verstehe. „Und je besser er initial beraten wird, desto erfolgreicher wird er sein – und auch Visionix selbst“, weiß Thomas Seitz genau um die Notwendigkeit, dem Augenoptiker nicht nur das moderne Gerät hinzustellen, um ihn dann damit sich selbst zu überlassen. 

Das digitale Augenscreening mit auf der einen Seite technischen Aspekten und auf der anderen Seite der Bereitschaft, mit Ophthalmologen zu kooperieren, gilt bei Visionix als ein Feld, das noch Aufklärungsarbeit erfordert.

„Der Erfolg für uns ist nicht mehr das verkaufte Gerät, sondern der screenende Augenoptiker“, erklärt der Geschäftsführer  ein neu abgestecktes Unternehmensziel und meint damit auch den Schritt hin zur Akzeptanz dieser Dienstleistung. Hier sei nicht nur der Augenoptiker, sondern auch der
Augenarzt gefragt als Teil des Verbundes „Digitales Screening“ – wie das Unternehmen selbst seinen Tätigkeitsbereich defniert. Generell könne man den Arzt mit vorab gescreenten Kunden auch entlasten, sodass dieser sich auf die Felder ­Diagnose und Therapie konzentrieren kann. 

Wie das in der Praxis aussehen soll?

Die Lösungen von Visionix beim Screening sehen vor, dass der Augenoptiker mit den via Cloud vernetzten Instrumenten Daten erhebt und sie verschlüsselt an eine KI oder einen Augenarzt übermittelt. Anders als beim Netzhautscreening via Funduskamera, wo zunächst – je nach gewünschtem Konzept – nur die KI die Netzhautbilder analysiert, schaut sich beim Screening des vorderen und hinteren Augenabschnitts ein Augenarzt die Kundendaten an. Er erstellt dann eine Handlungsempfehlung und sendet sie über das System an den Augenoptiker, der sie anschließend dem Kunden mit auf den Weg gibt und bei Bedarf eine ärztliche Abklärung empfiehlt.

Positionierung und Unterstützung – wichtige Themen

Die starke Positionierung des Augenoptikers beim Thema Augengesundheit ist ein wichtiges Feld für Visionix. Und auch die, in dem Umfeld ein verlässlicher Partner zu sein. Das ist eine Herausforderung, die das Unternehmen für sich erkannt hat, und bewältigen möchte. 

Um das anzugehen, hat Visionix als eine von mehreren Maßnahmen Infomaterial erstellt, mit denen Augenoptiker ihren Kunden Veränderungen der Augen, die auf Glaukom oder ein Trockenes Auge hinweisen, anschaulich erklären können, und um so auf die Bedeutung des Screenings hinzuweisen. Zusätzlich sollen demnächst die Räumlichkeiten in Ratingen vermehrt genutzt werden, um Augenoptiker einzuladen und diese vor Ort mit den innovativen Geräten und Lösungen vertraut zu machen. Auch im Sinne der ­weiteren Vernetzung.

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