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Lafont: Von der Optikboutique zur Brillenmanufaktur

Lafont Paris
Alle Fotos: FOCUS-Archiv und Lafont

Lafont feiert 100-jähriges Bestehen  

Wenn ein Unternehmen 100 Jahre alt wird, ist dies schon etwas Besonderes. Wie bei Lafont. Das Familienunternehmen wird heute von den Brüdern Matthieu, Chief Director of Marketing and Communications, und Thomas, Chief Creative Director und Designer, in der vierten Generation geführt. Als Louis Lafont 1923 sein Augenoptikgeschäft in der Rue Vignon 11, mitten in Paris im Stadtteil La Madeleine eröffnete, dachte man noch nicht daran, dass das Unternehmen auch einmal als Fassungsproduzent erfolgreich sein wird. 

Anfang der 1920er Jahre waren Brillenfassungen schwarz, horn- oder metallfarben. Als Form dominierte rund, weil man keine Möglichkeiten hatte, die Brillengläser anders zu bearbeiten. Heute gibt es in Paris insgesamt vier Lafont-Geschäfte. Hier wurden bis Ende der 1970er Jahre nicht nur Brillen verkauft, sondern auch entworfen und gebaut – über drei Generationen hinweg. Unter der Leitung des Enkels Philippe, und seiner Ehefrau, Laurence, hat sich aus der Brille ein echtes Modeaccessoire entwickelt. Bemerkenswert ist die Zusammenarbeit mit großen Modehäusern wie Hermès und Chanel. 

Alle Geschäfte haben eins gemeinsam: Man findet dort die vollständige Kollektion von Lafont, die vor rund 40 Jahren erstmals als solche eingeführt wurde. Ihr Anspruch: Ein außergewöhnlicher Pariser Chic, verbunden mit einem einzigartigen Know-how und hohe Anforderungen an Eleganz und Werte, wie feinsinnig gewagtes und dezent avantgardistisches Raffinement. Unzählige saisongerechte Farbkombinationen und ein Mix & Match einzigartiger Materialien überraschen den Brillenträger immer wieder aufs Neue. 

Die Unabhängigkeit des Familienbetriebes ist eine wichtige Säule der Marke Lafont. Matthieu Lafont, der sich für die Marketing- und Kommunikationsleitung verantwortlich zeichnet und Thomas Lafont bilden die Unternehmensspitze. Letzterer ist der künstlerische Direktor der Kollektionen und übernahm nach Tod seiner Mutter Laurence das Designstudio Lafont. Sie habe ihm ihren Sinn für Mode und Farben weitergegeben, was Lafont einzigartig mache.

Für spontane Ideen für eine neues Brillenfassungsdesigns hat Thomas ein Notizbuch, wo er seine Visionen skizziert. Später wird daraus eine maßstabgerechte Zeichnung, die den Ausgangspunkt für die Arbeit im Werk (technische Zeichnung und Prototyp) darstellt. Was wenige Augenoptiker wissen: Die Herstellung der Lafont-Brillenfassungen ist komplex und dauert je nach Produkt 8 bis 14 Wochen. Sie basiert auf rund 120 bis zu 220 aufeinanderfolgenden Vorgängen, die meisten sind manuell, manche automatisiert.

Produktion Made in France aus Tradition

Was den Produktionsstandort für seine Brillen angeht, ist das Unternehmen eher heimatverbunden orientiert. Seit über 40 Jahren wird in Frankreich, im französischen Jura, produziert. Es besteht eine enge Partnerschaft mit der dort ansässigen Familienmanufaktur Thierry SA. 

Man vertraut auf die Tradition des Französischen Savoir-Faire, wie sie hier in der Region, der Wiege des französischen Brillenmetiers, von Generation zu Generation weitergegeben wird. Dort finde man die nötige Erfahrung, die Handwerk und Spitzentechnologie miteinander vereint. Hier wird auch die Tradition der Brillenfertigung gewahrt und die Leidenschaft für schöne Produkte geteilt. Das Ganze findet auf höchstem internationalem Niveau statt. 

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Laut Lafont wird mit der Zertifizierung OGF (Origine France Garantie) die hundertprozentige französische Herstellung von mehr als 80% der Modelle aus der Kollektion durch ein akkreditiertes unabhängiges Prüfinstitut (Bureau Veritas) bescheinigt. 

Was in Deutschland mit Made in Germany für manchen Kunden wichtig ist, ist westlich des Rheins die Origine France Garantie, als eine wichtige Qualitätsgarantie. 

Mitarbeiter teilen die Werte des Unternehmens 

Als Markenbotschafter und Garant für Qualität werden auch die Menschen gesehen, die weltweit für Lafont arbeiten und als Lafont-Team die Werte und Ziele des Unternehmens teilen. Das trifft auch auf die langjährigen Mitarbeiter zu, die in den Lafont-Boutiquen arbeiten und durch ihre Leidenschaft für den Beruf ihre Verbundenheit mit dem Unternehmen zeigen.

Eine Besonderheit ist neben der industriellen Fassungsfertigung das eigene Atelier für die exklusive Herstellung maßgefertigter Brillen. Kunden können sich hier sicher sein, dass sie nach zwei bis drei Wochen Arbeit ein absolutes Unikat bekommen. Oft zählt man über hundert Arbeitsschritte, bis aus der Auswahl bestimmter Werkstoffe und Farben, eine individuelle und einzigartige Fassung entstanden ist.

Das Atelier ist in der historischen Boutique in der Pariser Rue Vignon im Stadtteil La Madeleine untergebracht. Es ist das verbindende Element und die Basis der Unternehmensbereiche. Hier hat die Expertise der Brillenanfertigung seine Wurzeln.

Nachhaltigkeit zieht ins Bewusstsein ein 

Den französischen Markt hat in den vergangenen Jahren das Thema Nachhaltigkeit erreicht. Ein Thema, welches das französische Unternehmen auf den vergangenen Optikmessen Silmo 2022 und Mido 2023 in Form von Brillen umgesetzt hat, die auf Upcycling basieren. Produziert wurden sie aus eigenem recyceltem Acetat aus Acetatresten. Der Recyclingprozess passte perfekt in die Firmenphilosophie und wird weiterverfolgt.

Denn, was vor 100 Jahren in der Rue Vignon 11 in Paris begonnen hat und 1979 zur Marke „Lafont“ wurde, soll auch in den kommenden Jahren weiter bestehen. Brillen mit dem gewissen Etwas. Aus Tradition.

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