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ZVA: „Bewährtes bewahren, Zukunft mitgestalten“

Die jährliche ZVA-Mitgliederversammlung tagte am 8. und 9. März in Heidelberg
Die jährliche ZVA-Mitgliederversammlung fand am 8. und 9. März in Heidelberg statt. Foto: ZVA/Peter Magner

Mitgliederversammlung 2025 in Heidelberg

Der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) lud die Delegierten am 8./9. März zur jährlichen Mitgliederversammlung nach Heidelberg. Neben aktuellen Branchenzahlen und berufspolitischen Entwicklungen stand die Zukunft der beruflichen Bildung im Fokus.

Nach der Begrüßung durch ZVA-Präsident Christian Müller hieß auch Matthias Müller, Vorsitzender des Südwestdeutschen Augenoptiker- und Optometristenverbandes (SWAV) als diesjähriger Gastgeber, die Delegierten willkommen.

Einheitliche Fortbildung stärkt Berufskompetenz

In seinem Bericht zur aktuellen Situation hob Christian Müller die positiven Entwicklungen der vergangenen Monate hervor: „Es ist ein gutes Jahr, wenn man schafft, was man sich vorgenommen hat – und wir haben einiges erreicht. Wir sind stolz, dass wir eine gemeinsame Fortbildungsbewertung mit allen Verbänden der Augenoptik erreicht haben“, betonte der ZVA-Präsident mit Blick auf das COE-Bewertungssystem für einheitliche Standards in der augenoptischen Fortbildung. Vizepräsident Kai Jaeger stellte im Verlauf der Mitgliederversammlung das System detailliert vor. Hiermit sind nicht nur Kriterien für die ZVA-Spezialisierungen und die transparente GOL-Mitgliedschaft festgelegt worden; Bewertungskriterien für alle Fortbildungen in der Augenoptik und Optometrie für akademische und berufliche Abschlüsse unterstützen und vereinfachen die stetige Weiterqualifikation.

Christian Müller unterstrich schließlich die Bedeutung einer zeitgemäßen Aus- und Fortbildung: „Wir brauchen moderne Berufsbilder für Gesellen und Meister. Sie helfen, den Beruf attraktiver zu machen und die Politik davon zu überzeugen, dass wir für Präventionsangebote eingesetzt werden können.“ Der ZVA fordert demnach die Einführung eines optometrischen Screenings als Kassenleistung, um langfristige Gesundheitskosten zu reduzieren.

Fahrtauglichkeit mit Ortho-K belegt

Als weiterer Erfolg verbucht wurde die aktuell im Fachmagazin Contact Lens and Anterior Eye veröffentlichte Studie zur Fahrtauglichkeit unter Verwendung von Orthokeratologie-Kontaktlinsen, die Dr. Stefan Bandlitz, Leiter der Höheren Fachschule für Augenoptik und Optometrie in Köln (HFAK) den Delegierten vorstellte. Auf dieser Basis werde der Verband in den kommenden Monaten einen neuen Anlauf nehmen, damit Ortho-K-Linsen auch beim Autofahren rechtssicher eingesetzt werden können: „Die Veröffentlichung dieser Studie in einer internationalen Peer-Review-Zeitschrift veranlasst hoffentlich zur Zerstreuung der Bedenken, dass eine Korrektion mittels Ortho-K nicht straßenverkehrstauglich ist. Wir konnten nun belegen, dass der Visus auch spät am Abend stabil und vergleichbar mit Brille oder Kontaktlinsen ist und alle Sehanforderungen für die Fahrerlaubnis international erfüllt, genauso wie das Kontrast- und Dämmerungssehen“, so Christian Müller.

Unverzichtbar: Die Meisterpräsenz

Klaus Schmitz, Justiziar beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), behandelte in seinem Vortrag Rechtsfragen zur Meisterpräsenz. Er stellte klar, dass die Meisterqualifikation in der Augenoptik essenziell sei und widmete sich der Fortbildungspflicht. ZVA-Geschäftsführer Dr. Jan Wetzel und Verbandsjustiziar Carsten Schmitt informierten über das umstrittene Betriebskonzept von Brillen.de, das einige Ordnungsämter als nicht rechtskonform angesehen und deshalb die Schließung von Standorten angeordnet hätten. „Der Erhalt der Meisterpflicht ist für unseren Berufsstand unverzichtbar und wir werden mit aller Kraft dafür kämpfen“, sagte Christian Müller. In Bezug auf den Online-Händler Amazon, der nun auch Korrektionsbrillen anbietet, könnten hingegen die Anforderungen des Medizinprodukterechts interessant werden.

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Der Vorsitzende des Berufsbildungsausschusses Rainer Hankiewicz berichtete über Fortschritte bei der neuen Meisterverordnung. Die optometrischen Inhalte sollen gestärkt werden, während gleichzeitig ein erhöhter Stellenwert auf die Verantwortung des Meisters für das Medizinprodukt Brille gelegt wird. Aufgrund kritisierter Formulierungen der Ärzteschaft hat der ZVA eine Stellungnahme eingereicht, ohne dabei von den bestehenden Berufsrechten Abstand zu nehmen.

Berufspolitische Herausforderungen

Die Unsicherheiten in der politischen Landschaft durch den Bruch der Regierung haben dafür gesorgt, dass die geplante Reform der Hilfsmittelversorgung stockt, wodurch das Gesetzgebungsverfahren neu aufgenommen werden muss. „Für uns bedeutet dies, neue Kontakte zu knüpfen, Gespräche mit den Abgeordneten der neuen Regierung zu führen und die Belange unseres Berufs neu zu erläutern“, fasste Christian Müller zusammen. Auch eine bessere Beteiligung der Gesundheitshandwerke an den Entscheidungen, die die einzelnen Berufe betreffen, wird eine der Kernforderungen an die Politik sein. In Bezug auf die Festbeträge der Krankenkassen für Sehhilfen, die am 1. März abgeschafft wurden, sei es nun Aufgabe des Verbandes, in Preisverhandlungen mit den Krankenkassen zu treten. ZVA-Vizepräsident Armin Ameloh nahm das Thema in der Folge auf und berichtete über den aktuellen Stand hinsichtlich der Versorgungsverträge im GKV-System.

Marktentwicklung, neue Brillenstudie und Kommunikation zum Abschluss

Thomas Heimbach, Vorsitzender des Betriebswirtschaftlichen Ausschusses, skizzierte die strukturellen Veränderungen der Branche, insbesondere den Betriebsrückgang und die zunehmende Filialisierung. Insgesamt sei der Branchenumsatz stationär um 3% gestiegen, der Online-Handel bliebe weiter marginal. Der Anteil der Kontaktlinsenträger in Deutschland liege mit 6,2% im europäischen Vergleich weiter auf den hinteren Rängen. Die größte Hemmschwelle gebe es im Kopf der Augenoptiker – wenn Kunden Kontaktlinsen aktiv angeboten würden, sei eine hohe Wertschöpfung möglich, erklärte Heimbach.

Michael Sommer vom Institut für Demoskopie Allensbach stellte Erkenntnisse aus der 26. Brillenstudie 2024/25 vor. Die daraus gewonnenen Daten fließen in den ZVA-Branchenbericht ein, der Ende April veröffentlicht wird.

Giovanni Di Noto, Vorsitzender des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing, informierte schließlich noch über die Projekte der Verbandskommunikation wie den erfolgreichen Relaunch der Websites zva.de und innungsoptiker.de.

Quelle: ZVA

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