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ZVA: Trauer um Manfred Leo Müller

Ehemailiger ZVA-Präsident, Manfred Leo Müller, verstorben am 2. September 2024
Manfred Leo Müller verstarb am 2. September 2024. Foto: ZVA

Ehrenpräsident im Alter von 85 Jahren verstorben

Der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) trauert um eine Schlüsselfigur der deutschen und internationalen Augenoptik. Der ZVA-Ehrenpräsident Manfred Leo Müller verstarb am 2. September 2024 im Alter von 85 Jahren in Cochem.

Zahlreiche haupt- und ehrenamtliche Tätigkeiten zeichnen das Wirken von Manfred Leo Müller in der Augenoptik aus, der mit seiner bemerkenswerten Persönlichkeit ein hohes Ansehen genoss. Neben der Leitung seines Betriebs für Augenoptik und Hörakustik in Cochem engagierte er sich schon früh in diversen Ehrenämtern und mit verschiedenen Aktivitäten auf Landesebene im Südwestdeutschen Augenoptiker-Verband (SWAV). Für seine dortige ehrenamtliche Tätigkeit überreichte der SWAV ihm im Jahr 2008 die Goldene Ehrennadel. 1987 wurde Manfred Leo Müller zum ZVA-Präsidenten ernannt. In den zwölf Jahren seiner Amtszeit brachte der Cochemer unter anderem die Entwicklung eines betriebswirtschaftlichen Kalkulationssystems sowie die Arbeitsrichtlinien für Augenoptik auf den Weg.

Beteiligung bei der Integration ostdeutscher Augenoptikbetriebe

Nach der Wende war Müller mithilfe seiner guten Kontakte zu den ostdeutschen Augenoptikbetrieben maßgeblich an der Integration dieser in den ZVA beteiligt. Wegbegleitern zufolge bewahrte er auch in diesen fordernden Zeiten einen kühlen Kopf und seine Warmherzigkeit. Er wirkte darüber hinaus an der Gründung des Studiengangs für Augenoptik an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena mit. Zum Ende seiner Amtszeit als ZVA-Präsident wurde Manfred Leo Müller 1999 mit dem ZVA-Ehrenzeichen in Gold ausgezeichnet und blieb weiterhin eine zentrale Persönlichkeit im Verband – so engagierte er sich ehrenamtlich im Vorstand des Verbandes für die Belange des Berufsstandes.

Nicht nur als stiller Beobachter war Manfred Leo Müller bis zuletzt an allen Entwicklungen in der Augenoptik interessiert und stets gut über die Branche informiert. Sein berühmter Satz „Ich kann mich des Eindrucks nicht verwehren …“ leitete oft kritische Anmerkungen ein, die er stets empathisch zu vermitteln wusste. „Manfred Leo war schon seit Mitte der 70er Jahre fachwissenschaftlich in der Augenoptik aktiv. Als Vater der Arbeitsrichtlinien hat er den Beruf zukunftsfähig gestaltet und die Branche in ganz besonderem Maße geprägt. Er ließ es sich nicht nehmen, selbst im hohen Alter den ZVA-Mitgliederversammlungen regelmäßig beizuwohnen und den Delegierten mit fruchtbaren Kommentaren Anregungen zu geben. Somit füllte er seine Rolle als Ehrenpräsident vollständig aus. Für mich wird er immer ein Vorbild bleiben“, so ZVA-Präsident Christian Müller.

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Verdienste auf internationaler Ebene

Von 1996 bis 2004 setzte sich Manfred Leo Müller ebenfalls im Präsidium des Zentralverbandes des deutschen Handwerks (ZDH) für die Qualitätssicherung ein. Aber auch auf der internationalen Ebene war er eine Schlüsselfigur in der Augenoptik: Sowohl als Präsident des europäischen Augenoptikerverbands, dem European Council of Optometry and Optics (ECOO), von 1992 bis 1994, als auch in der Rolle des ersten deutschen Präsidenten beim World Council of Optometry (WCO) stellte Müller weitere bedeutende Weichen für die Branche. Für diesen Einsatz sowie für die Verdienste als Mitglied des SWAV verlieh der Bund ihm 2006 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Doch nicht nur mit der Augenoptik, sondern auch mit seiner Heimat Cochem war Manfred Leo Müller eng verbunden und setzte sich in der Cochemer Stadtentwicklung und Kommunalpolitik ein. Für das Engagement für seine Mitmenschen und das Voranbringen wichtiger Bauprojekte zeichnete die Stadt Cochem ihn 2003 mit dem Wappenteller aus.

Im Rahmen der Sicht.Kontakte 2019 in Hannover nahm Müller zum 65. Mal an einer ZVA-Mitgliederversammlung teil und beendete im Alter von 80 Jahren sein großes Engagement für die deutsche und internationale Augenoptik. Mit dem Zitat „Verachtet mir die Meister nicht“ aus Richard Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ machte er deutlich, dass Augenoptik und Optometrie weiter eine Einheit bilden sollten.

Quelle: ZVA

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