Anzeige
Menicon (Banner)

GfK: Verbraucherstimmung im Sommerpausen-Modus

Konsumklima in der Sommerpause
Das Konsumklima nimmt sich eine Sommerpause. Bild: Joe Pizzio/Unsplash

Erholung des Konsumklimas aus Vormonat geht wieder leicht zurück

Passend zum Ferienstart in einigen Teilen Deutschlands ist die Erholung der Verbraucherstimmung vorerst zum Stillstand gekommen – und nimmt sich eine Pause. Sowohl die Einkommens- als auch die Konjunkturerwartung sind im Monat Juni wieder rückläufig.

Nach vier Anstiegen in Folge muss der Konsumklima-Indikator einen Dämpfer hinnehmen. Neben den zurückgegangenen Einkommensaussichten sei dafür vor allem die Sparneigung verantwortlich, die im Juni um 3,2 Punkte auf 8,2 Punkte ansteigt, teilen die Experten von GfK und dem Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) in ihrer aktuellen Konsumklimastudie mit.

Verbrauchern fehlt für größere Anschaffungen die Planungssicherheit

„Die im Mai wieder etwas höhere Inflationsrate im Land sorgt für mehr Verunsicherung bei den Konsumenten, die auch im Anstieg der Sparneigung zum Ausdruck kommt“, erklärt Rolf Bürkl, Konsumexperte beim NIM. Für eine nachhaltige Erholung der Konsumstimmung, die auch durch größere Anschaffungen der Haushalte erzielt wird, mangele es den Verbrauchern an Planungssicherheit.

„Und diese Planungssicherheit wird dann zurückkehren können, wenn zum einen der Preisauftrieb weiter gebremst wird, und zum anderen den Verbrauchern klare Zukunftsperspektiven aufgezeigt werden. Dazu gehört auch, dass von der Regierung zügig und klar kommuniziert wird, was auf sie als Folge der anstehenden Haushaltsberatungen an Be- und Entlastungen zukommen wird. Dann können sich auch die spürbaren realen Einkommenszuwächse durchsetzen und die Verbraucher werden verstärkt bereit sein, größere Ausgaben zu tätigen“, so Rolf Bürkl.

Anzeige
HECHT (Banner)
Grafik von GfK/NIM zeigt die Entwicklung des Konsumklimaindikators im Verlauf der letzten Jahre
Die Grafik zeigt die Entwicklung des Konsumklimaindikators im Verlauf der letzten Jahre. Quelle: GfK/NIM

Aufwärtstrend der Einkommenserwartung vorerst gestoppt

Wesentlicher Grund für den moderaten Rückgang der Einkommensaussichten dürfte laut den Experten der Anstieg der Inflationsrate sein. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes betrug die Teuerungsrate im Mai dieses Jahres 2,4%, nachdem sie im März und April jeweils bei 2,2% lag. Sie hat sich damit wieder etwas von dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) von etwa 2% entfernt. Der Einfluss der Inflation auf die Einkommenserwartung wird durch eine ebenfalls im Juni durchgeführte tiefergehende Analyse des NIM zu den Einkommenserwartungen bestätigt. So gaben in einer offenen Abfrage gut 62% der Befragten die steigenden Preise als wesentlichen Grund für ihren Einkommenspessimismus an.

Trotz rückläufigen Hoffnungen der Deutschen auf eine zügige konjunkturelle Belebung sei davon auszugehen, dass sich die Konjunkturerholung in Deutschland in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen dürfte. Allerdings wird sie nach Einschätzung der Verbraucher eher schwach ausfallen. Erst im kommenden Jahr erwarten einige Wirtschaftsexperten eine leichte Beschleunigung.

Quelle: GfK/NIM

Ähnliche Beiträge

  • Spectaris: Export-Bearbeitungszeiten belasten Unternehmen

    Der deutsche Industrieverband Spectaris zeichnet in einer Befragung unter Mitgliedsunternehmen massive Verzögerungen auf bei Ausfuhranträgen durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Sechs Monate und mehr sind demnach aktuell die Regel.

  • Stabiler Markt, weniger Dynamik

    Die Augenoptik 2025/26: Wirtschaft, Struktur und Vertrieb im Überblick Der neue Branchenbericht des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen für 2025/2026 zeichnet ein differenziertes Bild der deutschen Augenoptik. Während sich die Branche insgesamt stabil zeigt, lassen Dynamik und Wachstum nach. Neben wirtschaftlichen Kennzahlen rücken strukturelle Veränderungen, Digitalisierung und der anhaltende Bedeutungswandel im stationären Handel stärker in…

  • Konsumklima: Verhaltener Start ins neue Jahr

    Einen „herben Rückschlag“ bei der Verbraucherstimmung in Deutschland melden GfK und das Marktforschungsinstitut NIM für den Beginn des Jahres. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung zeigen Anfang 2024 spürbare Einbußen.

  • Fielmann: Zweistelliges Umsatzwachstum im 1. Halbjahr

    Nach den heute veröffentlichten vorläufigen Zahlen erwirtschaftete die Fielmann-Gruppe im ersten Halbjahr 2025 einen Konzernumsatz von rund 1,2 Mrd. €. Das bedeutet ein Plus von 12% gegenüber dem Vorjahr (1,1 Mrd. €) und entspricht den vorab kommunizierten Prognosen.

  • ZVA: Betriebe reagieren auf Fachkräftemangel und Marktveränderungen

    Die für die mittelständische Augenoptik repräsentative Branchenstrukturerhebung 2023 des ZVA mit dem Bezugsjahr 2022 ist abgeschlossen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Fachkräftemangel nach wie vor allgegenwärtig ist, Betriebe jedoch Lösungen gefunden haben, die die Auswirkungen zumindest abdämpfen.

  • GfK: Konsumklima mit schwachem Plus

    Nach der spürbaren Aufhellung im Vormonat zeigt die Verbraucherstimmung im Mai ein eher uneinheitliches Bild mit einem schwachen Plus. Das sind die Ergebnisse der neusten GfK-Konsumklimastudie.