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Veränderung = Verantwortung

Efstathios Efthimiadis x KI

Es gibt mittlerweile viele Beispiele, wie sterbenden Innenstädten durch Neuplanungen von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen und den anstehenden Klimaanpassungsmaßnahmen wieder Leben eingehaucht werden kann.

Da passt es ganz gut, einmal über die eigene Rolle am Standort nachzudenken. Denn: Augenoptikbetriebe sind mit ihren stationären Betrieben ein wichtiger und belebender Bestandteil noch vorhandener Innenstädte. Der Online-Umsatz in der Augenoptik ist schließlich mit einem Anteil von 7% am Gesamtumsatz eher gering.

Es werden jedoch immer weniger Betriebe. Der bereits seit mehreren Jahren erkennbare Konzentrationsprozess in der Augenoptik setzt sich fort. Betriebe werden aufgrund des Alters des Betriebsinhabers verkauft oder auch geschlossen. Einige Tausend werden es wohl in der nächsten Dekade sein, wenn man die genannten Prozentzahlen umrechnet, die der ZVA in seiner aktuellen Branchenstrukturerhebung nennt. Gefragt wurde dort unter anderem nach geplanten Betriebsübergaben und -schließungen in den kommenden 10 Jahren. Betrachten wir einmal nur die geplanten Schließungen. Laut ZVA sind es in den kommenden 1 bis 2 Jahren 16%, in den nächsten 3 bis 5 Jahren 12% und in den kommenden 6 bis 10 Jahren 9% – insgesamt also 37%. Zugrunde liegen die rund 11.000 Betriebe, die es derzeit in Deutschland gibt.

Die Branchenpräsenz wird sich also verändern – und in der Veränderung liegen Chancen. Berufspolitiker und Branchenkenner betonen ausdauernd, dass die Augenoptik eine zentrale Rolle in der Gesundheitsversorgung spielen und maßgeblich zur Prävention von Augenerkrankungen beitragen kann. Gerade durch ihr tiefgreifendes Fachwissen sei sie prädestiniert, eine noch aktivere Rolle in der Gesundheitsvorsorge einzunehmen.

Dies betonte auch ZVA-Präsident Christian Müller am 11. September in Richtung Gesundheitspolitik. Die Arbeitsgemeinschaft der Gesundheitshandwerke hatte zum Parlamentarischen Abend in Berlin eingeladen. Dort diskutierten 60 Abgeordnete und Spezialisten der Gesundheits- und Sozialpolitik über die zukünftigen Herausforderungen für eine qualitätsorientierte Hilfsmittelversorgung in Deutschland. Aus der Augenoptik kam der Wunsch nach mehr Verantwortung für die Versorgung der gesetzlich Versicherten, aber auch die Möglichkeit, neue
digitale Instrumente wie die elektronische Patientenakte für eine moderne und effiziente Versorgung zu nutzen. Hier geht es nicht nur um den Verkauf von Brillen. Es geht um mehr. Darum, die Branche und die Betriebe, die es wollen, zukunftsfähig zu machen.

Früherkennung, Prävention, interdisziplinäre Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten medizinischen Fachrichtungen – die Erweiterung der Aufgaben der Gesundheitshandwerke ist jedoch mit Herausforderungen verbunden. Aus- und Weiterbildung ist das geringste Problem und die Digitalisierung ein Prozess, der die Geschäftsentwicklung in Sachen Optometrie und Telemedizin unterstützen wird. Es müssen jedoch erst einmal die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden, um den Augenoptikern mehr Handlungsspielraum zu geben. In einigen Monaten werden wir sehen, was die Lobbyarbeit gebracht hat.

Also, wenn Sie selbst noch nicht auf dem Sprung raus aus der Branche sind: Ergreifen Sie die Chance und entwerfen Sie Ihr Zukunftsbild. Schreiten Sie mit einem neuen Bewusstsein voran. Zeigen Sie Flagge. Gestalten Sie mit. Mischen Sie sich ein. In Bürgerinitiativen und in der Lokalpolitik oder eben in Gesundheitsinitiativen und werden Sie ein Teil davon.

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