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Menrad: Insolvenzantrag gestellt

Schild mit Aufschrift Insolvenz
Wie nun aus dem Ende Mai eröffneten Insolvenzverfahren hervorgeht, wird der Standort von Menrad in Schwäbisch Gmünd geschlossen, wodurch 100 Mitarbeiter ihren Job verlieren. Bild: Geralt/Pixabay

Sanierungsexperte führt Geschäftsbetrieb weiter

Das seit mehr als 125 Jahren im Brillengeschäft tätige Familienunternehmen Menrad hat Insolvenz angemeldet. Seit 1. April führt ein Insolvenzverwalter die Geschäfte des Brillenherstellers mit Hauptsitz in Schwäbisch Gmünd fort.

Mit Beschluss vom 31. März 2025 hatte das Amtsgericht Aalen die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Ferdinand Menrad GmbH + Co. KG angeordnet und Rechtsanwalt Florian Zistler von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Dieser führte bereits vor Ort erste Gespräche mit der Geschäftsführung, um sich ein erstes Bild der Lage zu verschaffen, teilt PLUTA in einer Presseinformation mit. Die Verantwortlichen informierten in einer Mitarbeiterversammlung die Beschäftigten über die nächsten Schritte. Demnach soll der Geschäftsbetrieb weiterlaufen. Die Löhne und Gehälter der 115 Beschäftigten seien über das Insolvenzgeld für die Monate März, April und Mai gesichert. Der Verwalter werde eine Insolvenzgeldvorfinanzierung in die Wege leiten, um die Löhne schnellstmöglich auszuzahlen.

Insolvenzverfahren als Chance für Neustart?

PLUTA-Sanierungsexperte Zistler erklärt in einer ersten Stellungnahme: „Wir stehen ganz am Anfang des Verfahrens. Meine heutigen Gespräche verliefen sehr konstruktiv. Der Betrieb ist gut strukturiert und läuft normal weiter. Wichtig ist, dass die Kunden die Fortführung unterstützen werden. Dazu wurden heute schon die ersten Gespräche geführt. Wir werden alles versuchen, um eine Sanierung zu ermöglichen und den Betrieb zu erhalten.“ Neben Zistler arbeiten im PLUTA-Team Wirtschaftsjurist (LL.M.) Dennis Stroh und Wirtschaftsjurist (LL.B.) Nico Kwiatkowski.

Grund für den Antrag sei ein zukünftig zu erwartender Liquiditätsengpass bedingt durch eine rückläufige Auftrags- und Umsatzentwicklung aufgrund eines schwierigen Marktumfeldes. Die Geschäftsführung erklärt: „Die aktuelle Situation ist herausfordernd, aber ein Insolvenzverfahren kann auch die Chance für einen Neustart bieten. Gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter arbeiten wir daran, das Unternehmen zu stabilisieren und unseren Mitarbeitern und Geschäftspartnern eine Perspektive zu bieten. Wir wollen unseren traditionsreichen Betrieb erhalten und sind zuversichtlich, dass uns dies gelingen wird.“

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Dauerhafte Lösung für Menrad gesucht

Der vorläufige Insolvenzverwalter strebt eine dauerhafte Lösung für die Unternehmensgruppe an. Hierzu wird er in den kommenden Tagen die ersten Gespräche führen. Es ist geplant, einen strukturierten M&A-Prozess zu initiieren, um die Suche nach möglichen Investoren oder finanzstarken Partnern zu forcieren.

Geführt wird das Unternehmen, das Korrektionsfassungen und Sonnenbrillen entwickelt, fertigt und vertreibt, in vierter Generation von den Brüdern Eberhard und Hermann Müller-Menrad. Alle Brillen werden in Deutschland designt und entwickelt. Seit 1970 erfolgt die Produktion im Ausland. Menrad Produkte sind laut Firmenangaben auf allen Kontinenten in über 100 Ländern erhältlich.

Am Hauptsitz in Schwäbisch Gmünd beschäftigt Menrad 115 Mitarbeiter, bei der Tochtergesellschaft in München arbeiten 4 Beschäftigte. In Schwäbisch Gmünd befinden sich die Verwaltung, der deutsche Vertrieb und die weltweite Logistik. Das Team des Produktdesigns sowie die Export- und Marketingabteilung sitzen in München. Weitere Designer arbeiten in Paris, London und weltweit. Das Unternehmen hat zudem eigene Vertriebsgesellschaften in Österreich, Schweiz, Frankreich, Niederlande, Großbritannien, Italien, Polen, Türkei und Brasilien, die nicht von der Antragstellung betroffen sind. Dort arbeiten rund 80 Mitarbeiter.

Quelle: PLUTA Rechtsanwalts GmbH

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