Anzeige
Menicon (Banner)
| |

Spectaris und ZVA: Stabile Augenoptik im verhaltenen Marktumfeld 

Gedruckte Grafik über Umsatzentwicklungen der Augenoptikbranche liegt auf einem Tisch, daneben eine Brille
Zahlen und Fakten zur augenoptischen Branche lieferten der ZVA und Spectaris anlässlich der Opti 2026. Symbolbild: Mstandret/Envato

Aktuelle Einschätzungen zur Branche 2025/2026 

Im Rahmen der Opti 2026 (16. bis 18. Januar in München) haben der deutsche Industrieverband Spectaris und der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) eine vorläufige Bilanz für das Jahr 2025 gezogen. Neben Entwicklungen im Inlandsmarkt bezogen sich die Organisationen auch auf das Exportgeschäft und den strukturellen Wandel.

Nach ersten Berechnungen von Spectaris überschritt die Branche erstmals einen Umsatz von 5 Mrd. € und erreichte damit ein Wachstum im unteren einstelligen Bereich. „Angesichts eines weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Umfelds ist die Entwicklung 2025 ein solides Ergebnis. Das moderate Wachstum zeigt, dass die Augenoptik insgesamt stabil bleibt – auch wenn sich die Nachfrage im Inland verhältnismäßig schwach zeigt als auch im Ausland“, sagt Mirjam Rösch, Vorsitzende der Consumer Optics des Deutschen Industrieverbandes Spectaris.

Das Inlandsgeschäft legte im Jahr 2025 um rund 0,5% zu, während das Auslandsgeschäft mit knapp 3% stärker wuchs. Die Exportquote lag bei rund 50% und bestätigte die internationale Ausrichtung der Branche. Gleichzeitig sanken die Umsätze im Vergleich zu 2023 leicht. 

Trends und Entwicklungen, die die augenoptische Branche 2026 beschäftigen

Für 2026 erwarten viele Unternehmen eine stabile bis leicht rückläufige Geschäftslage, geprägt von Konsolidierungsprozessen und strukturellen Veränderungen. Mirjam Rösch stellte fest, dass das Jahr neue von vielfältigen Brillen‑ und Kontaktlinsenkollektionen geprägt sein werde. Im Mittelpunkt stehen laut ihr klarere Formen, natürliche Farbtöne und transparente Materialien. 

Funktionale Aspekte gewinnen an Bedeutung, etwa modulare Lösungen wie Sonnenclips, passgenaue 3D‑Druck‑Brillen oder neue Materialgruppen. Zudem rückten Themen der Augengesundheit stärker in den Vordergrund, darunter Myopie‑Management und digitale Assistenzsysteme.

ZVA bewertet Jahreswechsel 2025/2026 und strukturelle Lage der Betriebe

Auch der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) veröffentlichte zur Augenoptik-Fachmesse Opti seine Einschätzung zur wirtschaftlichen Entwicklung, wonach sich zum Jahreswechsel die Branche stabil zeigt, jedoch mit verhaltener Dynamik. Erwartet wird ein Umsatzanstieg zwischen 1% und 2%, der wegen der Inflationsrate jedoch einer seitwärts gerichteten Entwicklung entspricht. ZVA‑Präsident Christian Müller betonte, die Augenoptik schlage sich in einem schwierigen Marktumfeld zwar gut, es gebe jedoch keine ausgeprägte Wachstumsphase.

Anzeige
Bausch+Lomb (Banner)
Mann und Frau schauen Brillen in einem Augenoptikfachgeschäft an
Der moderate Umsatzanstieg ist vor allem auf eine höhere Wertschöpfung pro Brille zurückzuführen, nicht auf steigende Stückzahlen. Symbolbild: YuriArcursPeopleimages/Envato

Die Stückzahlen im Brillenverkauf dürften 2025 um ein bis zwei Prozent unter dem Vorjahr liegen. Laut Allensbach‑Studie gehe die Zahl regelmäßiger Brillenträger zurück. Personen, die nicht dauerhaft auf eine Korrektionsbrille angewiesen sind, zögerten den Neukauf. Christian Müller verwies darauf, dass Kunden mit zwingendem Sehhilfebedarf weiterhin neue Brillen erwerben würden, während Gelegenheitsnutzer stärker auf günstigere Alternativen auswichen.

Preisgefüge, Fachkräftebedarf und strukturelle Verschiebungen

Der durchschnittliche Preis einer kompletten Korrektionsbrille beträgt etwa 550 €. Die Preisspanne bleibe jedoch groß, abhängig von Fassungsvarianten, Glasoptionen und individuellen Anforderungen. Der leichte Umsatzanstieg resultiere überwiegend aus höherer Wertschöpfung pro Brille, nicht aus wachsenden Stückzahlen.

Weiter zurück geht die Zahl der augenoptischen Betriebsstätten, während größere Unternehmen und Filialisten Marktanteile gewinnen. Viele inhabergeführte Betriebe finden keine Nachfolge. Die Ausbildungsleistung bleibt stabil, doch der Fachkräftemangel wirkt weiterhin begrenzend auf Wachstum und Leistungsfähigkeit.

Möglicher Erfolgsfaktor: Spezialisierung in der Augenoptik

Tendenziell besser aufgestellt sind nach Einschätzung des ZVA jene inhabergeführten Betriebe, die sich klar positionieren und spezialisieren – etwa durch optometrische Leistungen, ein individuelles Angebot mit angeschlossener Brillenmanufaktur oder die Fokussierung auf ausgewählte Teilbereiche der Augenoptik. „Betriebe, die ein klares Profil haben und ihre Stärken konsequent ausspielen, positionieren sich langfristig besser als reine Generalisten“, betont Christian Müller. „Handwerkliche Qualität, Spezialisierung und ein Fokus auf Augengesundheitsvorsorge sowie Vertrauen durch individuelle, persönliche Beratung bleiben die entscheidenden Faktoren für wirtschaftliche Stabilität.“

Im Branchenvergleich zeigt sich die Augenoptik weiterhin robust. Müller erklärte, die Branche sei „keine Krisenbranche“, jedoch auch „kein Selbstläufer“. Entscheidend bleibe die Verbindung von Qualität, Versorgungssicherheit und wirtschaftlicher Stabilität.

Ähnliche Beiträge

  • ZVA: Bester Nachwuchs-Augenoptiker 2023 gesucht

    Am 11. November ist es wieder so weit: In Hankensbüttel (Niedersachsen) treten die diesjährigen besten Nachwuchs-Augenoptiker im Bundeswettbewerb gegeneinander an und es wird der Bundessieger 2023 gekürt.

  • KGS: Zweite Runde für das Brillen-Quiz

    Mit dem Online-Quiz „Wer wird Brillionär?“ vermittelt das Kuratorium Gutes Sehen (KGS) seit August 2022 zum zweiten Mal Aha-Erlebnisse rund um Brillen.

  • Kai Jaeger – Neuer ZVA-Präsident im Gespräch

    Mit Kai Jaeger steht ein neuer Präsident an der Spitze des ZVA. Im Interview geht es um zentrale Themen wie die Einheit des Berufsstands und die Positionierung der Augenoptik im gesundheitspolitischen Umfeld. Zudem erläutert Jaeger, welche Rolle Nachwuchsförderung und Dialogbereitschaft künftig spielen und welche strukturellen Weichen jetzt gestellt werden müssen.

  • Umfrage: Nachhaltigkeit im Employer Branding in der Augenoptik

    Das Thema Nachhaltigkeit wird immer präsenter in der Augenoptik – und auch zunehmend wichtiger für das Employer Branding und die Arbeitgeberwahl. Eine Masterarbeit von Lars Steinebach, stellv. GF der WVAO und Masterstudent an der Hochschule Mainz, geht diesem Thema nach.

  • Ipro: Trauer um Gründer Manfred Gärtner

    Manfred Gärtner, der Gründer der Ipro GmbH, ist im Alter von 89 Jahren in Leonberg verstorben. Seine Mitstreiter der ersten Stunde, der aktuelle Ipro-Geschäftsführer Martin Himmelsbach und der Chefentwickler Thomas Barth, würdigen ihn als bemerkenswerte Gründerpersönlichkeit und liebenswerten Menschen.