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AOS: Corona ohne Auswirkungen

Nachfrage und Kaufpreise augenoptischer Fachgeschäfte

Die Nachfrage nach augenoptischen Geschäften ist im vergangenen Jahr stabil geblieben. Trotz der Unsicherheiten aufgrund der Corona-Pandemie überwiegt bei Gründern und expandierenden Unternehmen der Branche weiterhin der Optimismus.

Bei größeren (ab ca. 750T Euro Netto-Jahresumsatz) und mittleren (400T – 750T Euro Netto-Jahresumsatz) traditionellen Geschäften ist das Interesse von Kaufwilligen ungebrochen.

Leicht verbessert haben sich die Verkaufschancen für Inhaber von Geschäften mit einem geringeren Umsatz.

Es bleibt dabei, dass der Nachfrage nach traditionellen Augenoptikgeschäften insgesamt ein weiter wachsendes Angebot gegenübersteht.

Durch das große Angebot sind weiterhin neben der Höhe des Kaufpreises auch die Qualität und die Rahmenbedingungen des Übernahmeobjektes von hoher Bedeutung. Das führt dazu, dass nicht alle Unternehmen – auch in den höheren Umsatzklassen – automatisch Käufer finden und gute Preise erzielen können. Unternehmen mit einer ausgeprägten Spezialisierung, z.B. auf optometrische Dienstleistungen oder Kontaktlinsen, sind weiterhin nicht einfach zu veräußern, da diese Fachgeschäfte häufig eine überdurchschnittlich hohe Bindung an den Inhaber aufweisen.

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Auch die Zahl der Betriebe, für die sich auch nach längerer Suche kein Käufer findet, ist weiter gestiegen. Das geht einher mit einer Steigerung des durchschnittlichen Jahresnettoumsatzes, unter dem sich nur noch in Ausnahmefällen ein Käufer findet. Auch dieser steigt weiter an und liegt mittlerweile über 225T Euro.

Somit sind weiterhin auch Schließungen von Geschäften ein Thema. Hier lässt sich mit einer guten Planung eines Räumungsverkaufs, verbunden mit einer Übergabe von Kundendaten sowie Verkauf von Maschinen und Geräten ebenso ein ordentlicher Überschuss erzielen.

Die Bandbreite von Verkaufspreisen für reine augenoptische Fachgeschäfte ohne weitere Geschäftsbereiche wie Hörakustik oder Uhren-Schmuck lag über alle Größenklassen und Regionen im Jahr 2020 zwischen 17% und bis über 78% eines Jahresumsatzes inkl. eines üblichen Warenbestands und damit etwa auf dem Niveau von 2019.

Wichtige Einflussfaktoren, die den Verkaufspreis bestimmen sind unter anderem: Rechtsform, Lage, Inhaberabhängigkeit und Personalsituation, Mietvertrag, Stückzahlen, Durchschnittspreis, Qualität und Wert der Aktiva, die Strukturdaten des Ortes, der Investitionsbedarf, die Wettbewerbssituation sowie viele andere Rahmenbedingungen, die gar nicht oder nur bedingt vom Umsatz oder Gewinn abhängen. Und nicht zuletzt bestimmen am Ende Angebot und Nachfrage den Preis der Geschäfte.

Um schwerwiegende und teure Fehler bei einer Übernahme oder Übergabe zu vermeiden, ist eine professionelle und branchenerfahrene Beratung notwendig. Insbesondere sollte die Beratung vom Erstgespräch bis zum Kaufvertrag aus einer Hand sein, um die Abstimmungen in diesem komplexen Prozess zu erleichtern. Fehler in den einzelnen Phasen der Übergabe können für den Käufer und Verkäufer schwerwiegende und teure Folgen haben. Und letztendlich geht es bei diesem Thema nicht nur um Zahlen, Daten und Fakten, sondern um Lebensentscheidungen mit einer dementsprechend hohen emotionalen Komponente, was bedeutet, die Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren.

Die jährliche Analyse wurde von Stefan Herburg, Dipl.-Volkswirt und Ingo Kemmer, Dipl.-Kaufmann / AOS Unternehmensberatung GmbH durchgeführt.

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