Anzeige
CooperVision (Banner)

DOG: UV-Schutz für Kinderaugen besonders wichtig

Mädchen mit Sonnenbrille und Sonnenhut lacht in die Kamera
Bei Kindern eher früher als später zu Sonnenhut und Sonnenbrille zu greifen, kann Folgeschäden minimieren. Bild: Getty Images/Unsplash

Frühe Sonnenschäden wiegen später doppelt schwer

Die Augen von Kindern sind durch Sonnenstrahlen besonders gefährdet. Ihre klaren Linsen lassen UV-Strahlung noch ungefiltert auf die Netzhaut treffen, und eine Sonnenbelastung in jungen Jahren gilt als extrem starker Risikofaktor, später weißen und schwarzen Hautkrebs unter anderem an den Augenlidern zu entwickeln. Warum Eltern bei ihrem Nachwuchs deshalb gewissenhaft auf den Sonnenschutz achten sollten und welche Maßnahmen sinnvoll sind, erklären Experten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e.V. (DOG).

Bis zum 20. Lebensjahr sind die Linsen des menschlichen Auges sehr klar, noch ungetrübt. „Das macht es UV-Strahlen leicht, fast ungefiltert ins Auge einzudringen und dort Langzeitschäden hervorzurufen“, erläutert Professor Dr. med. Vinodh Kakkassery, Chefarzt der Augenklinik am Klinikum Chemnitz. Zum Vergleich: Im ersten Lebensjahr erreichen 90% der UVA- und über 50% der UVB-Strahlen die Netzhaut, zwischen 10 und 13 Jahren noch 60 und 25%. „Erst mit 18 bis 20 Jahren werden UV-Strahlen fast vollständig von der Linse aufgehalten“, betont Professor Dr. med. Dr. phil. Ludwig M. Heindl vom Zentrum für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Köln. Die beiden Augenärzte sind Delegierte der DOG und des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands e.V. im UV-Schutzbündnis, einer Initiative zur Prävention UV-bedingter Erkrankungen.

Langfristige Schäden an Linse und Makula drohen

Somit kann UV-Strahlung bei Kindern besonders leicht photochemische Schäden an Proteinen der Augenlinse auslösen, die deren Eintrübung und damit die Entstehung des Grauen Stars fördern. „Es handelt sich dabei um einen kumulativen Prozess, der Jahrzehnte benötigt, bis er zu Seheinschränkungen führt“, betont Kakkassery. „Dennoch steigert intensive Sonneneinstrahlung bei Kinderaugen das Risiko, frühzeitig an einer Katarakt zu erkranken.“ UV-Exposition begünstige generell Alterungsprozesse im Auge – darunter möglicherweise auch Spätschäden an der Netzhaut samt Makula, dem Punkt des schärfsten Sehens. „UV-Licht steht unter Verdacht, durch oxidativen Stress zum Untergang von Netzhautzellen beizutragen“, so Heindl. In der Folge kann sich eine altersabhängige Makuladegeneration (AMD) entwickeln, die häufigste Erblindungsursache in Industrienationen.

Weil UV-Strahlen auch die Hautzellen genetisch verändern, fördert zu viel Sonne darüber hinaus das Entstehen gutartiger und bösartiger Tumoren an Augenlidern oder Bindehaut. „Kindheit und Jugend spielen dabei wieder eine entscheidende Rolle“, so Kakkassery. „Denn wir wissen mittlerweile, dass die Schadensbelastung, die man in frühen Lebensjahren sammelt, die Hauptursache ist, wenn sich später weißer und insbesondere schwarzer Hautkrebs entwickelt“, sagt der Chemnitzer DOG-Experte. Fachleute gehen von einer 40-jährigen Entwicklungszeit aus. Dabei nehmen in Deutschland die Basaliom- und Melanomfälle jährlich um 5% zu – vermutlich, weil die UV-Strahlenbelastung steigt. „In Australien, wo eine besonders hohe UV-Belastung herrscht, ist jeder Zweite mit dem 70. Lebensjahr zumindest einmal im Leben von weißem Hautkrebs betroffen gewesen“, berichtet Kakkassery. „Auch die Fälle von schwarzem Hautkrebs haben deutlich zugenommen.“

Anzeige
EssilorLuxottica (Banner)

Sonnenhut und gut abdeckende Sonnenbrille ab UV-Index 3

Eltern seien daher gut beraten, auf ausreichenden Sonnenschutz beim Nachwuchs zu achten. „Eine Orientierung bietet der UV-Index, den viele Apps auf dem Handy anzeigen“, meint Heindl. Dabei gilt: Ab UV-Index 3 sollten Maßnahmen ergriffen werden. „Kinder tragen dann am besten einen Sonnenhut und eine Sonnenbrille“, rät der Kölner Augenarzt. Befinde man sich nicht gerade in den Bergen, genüge eine EU-zertifizierte Brille mit CE-Zeichen, die vor UV-Strahlen bis zu einer Wellenlänge von 380 Nanometern schützt. „Sofern die Brille Augen und Seiten gut abdeckt, verhindert sie Verbrennungen am Auge, auf der Hornhaut oder Netzhaut“, betont der DOG-Experte.

In den zwei Stunden vor und nach Sonnenhöchststand sollten Kinder und Jugendliche die direkte Sonne meiden und sich im Schatten aufhalten. „Bewegt sich der UV-Index auf acht zu, ist es besser, wenn Kinder während dieser Hauptsonnenzeit zuhause bleiben“, so Heindl. „Sie sollten dennoch regelmäßig ins Freie gehen, um die Entwicklung einer Kurzsichtigkeit möglichst zu verhindern – bei hohem UV-Index dann nur nachmittags und in den Schatten, geschützt durch Sonnenhut und Sonnenbrille“, so Kakkassery. Den Nachwuchs über den Zweck des UV-Schutzes kindgerecht aufzuklären, sei sehr hilfreich.

Sonnenbrille bei Bewölkung? Es kommt auf den UV-Index an

Was die Sonnenschutzcreme betrifft, ist beim Auftragen auf Ober- und Unterlid Vorsicht angebracht. „Die Creme sollte nicht mit Bindehaut oder Hornhaut in Berührung kommen“, warnt Heindl. Im Zweifel sei eine Sonnenbrille ausreichend. In diesem Zusammenhang räumen beide Experten auch mit einem Missverständnis auf: „Ob man bei Bewölkung eine Sonnenbrille tragen sollte, hängt nicht von den Wolken, sondern vom UV-Index ab – ab Index 4 ist es angezeigt.“ Aber Vorsicht: Eine Sonnenbrille kann das Kind auf dem Roller oder Fahrrad durch die verminderte Sicht in Gefahr bringen.

Quelle: DOG

Ähnliche Beiträge

  • Eschenbach Optik: Weiterbildung im Easy & Low Vision-Bereich

    Die Eschenbach Academy setzt auch 2025 ihr bewährtes Schulungskonzept fort und bietet Augenoptikern eine intensive Weiterbildung im Bereich der vergrößernden Sehhilfen – sei es für den Einstieg in den Easy & Low Vision-Bereich oder zur Vertiefung bestehender Fachkenntnisse.

  • Oculus: Sportler mit Down-Syndrom unterstützt

    In diesem Jahr fand das 22. Deutsche Down-Sportlerfestival in Wetzlar statt. Mit dabei als „Lokalmatador“ war der Optikgerätehersteller Oculus – und das sowohl als Sponsor als auch mit aktiver Beteiligung in Form einer „Seh-Olympiade“.

  • Pro Retina: Mensch und Blindenführhund den Alltag erleichtern

    Das Führgespann blinder Mensch und Tier benötigt äußerste Konzentration, um gemeinsam die Herausforderungen des Straßenverkehrs zu meistern. Zum „Tag des weißen Stockes“ (15. Oktober) informierten u.a. Pro Retina und der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), wie Mitmenschen dabei helfen können.

  • GOL: 1. Vereintes Deutsches Optometristen-Register

    Das „Deutsche Optometristen Register“ der Gütegemeinschaft Optometrische Leistungen (GOL) ist nunmehr das einzige seiner Art für Optometristen in Deutschland. Das bisherige parallel dazu geführte ZVA-Register steht nicht mehr zur Verfügung.

  • Blaulichtszene: Die Gaming-Brille

    Die Gaming-Branche boomt und der Markt für Zubehör wie Gaming-Brillen ist milliardenschwer. Doch können Augenoptiker auf diesen Umsatzzug aufspringen und Brillen auch im Gamer-Bereich anbieten? Wir haben uns umgehört, auch dazu, wer Brillenglaser für Gamer anbietet.

  • Presbyopie-Ansichten

    Jeder hat seine eigene Ansicht zur Alterssichtigkeit. Aber bleiben wir bei den Fakten und stellen die Frage: „Was genau ist Presbyopie?“ Anhand eines evidenzbasierten Ansatzes mit Informationen aus kürzlich veröffentlichten Übersichtsarbeiten untersucht Eef van der Worp die Besonderheiten der Presbyopie und ihre Korrekturmethoden.