Rupp + Hubrach: Wissenschaftspreis für Myopie-Studie
Auszeichnung würdigt Forschung zur LED-Rotlichttherapie und Tageszeit
Die Bachelorarbeit von Vanessa Marie Brauer an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena liefert neue Hinweise für das Myopie-Management. Für ihre Untersuchung zum Einfluss des Zeitpunkts einer LED-Rotlichttherapie auf okuläre Parameter erhält die Nachwuchswissenschaftlerin den diesjährigen Wissenschaftspreis für Augenoptik von Rupp + Hubrach.
Die zunehmende Verbreitung von Myopie beschäftigt Forschung und Praxis gleichermaßen. Vor diesem Hintergrund untersuchte Brauer in ihrer Bachelorarbeit „Kurzzeitauswirkungen von LED-Rotlicht auf relevante okuläre Parameter im Myopie-Management zu unterschiedlichen Tageszeiten“, ob der Zeitpunkt einer Rotlicht-Exposition Auswirkungen auf deren Wirkung haben kann.
Tageszeit beeinflusst Achslänge des Auges
In der prospektiven Studie wurden 34 Probanden sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag unter identischen Bedingungen mit rotem LED-Licht beleuchtet. Vor und nach jeder Belichtung erfasste die Forscherin die Achslänge des Auges sowie die Aderhautdicke.
Die Ergebnisse weisen auf einen signifikanten Einfluss der Tageszeit auf kurzfristige Veränderungen der Achslänge moderat myoper Augen ab -3 dpt hin. Nach einer Belichtung am Vormittag zeigte sich eine leichte Verlängerung der Achslänge, während am Nachmittag eine Verkürzung beobachtet wurde.
Für die Aderhautdicke konnte hingegen kein signifikanter Einfluss der Tageszeit festgestellt werden. Ebenso ergab sich kein eindeutiger Zusammenhang zwischen Veränderungen der Achslänge und der Aderhautdicke.
Neue Ansätze für weitere Untersuchungen
„Auf das Thema wurde ich durch meine Betreuerin Josefine Dolata aufmerksam, deren Forschungsschwerpunkt im Bereich Licht liegt. Die Verbindung zwischen Licht und Myopie-Prävention hat mich sofort fasziniert. Die Ergebnisse meiner Arbeit sind aus meiner Sicht besonders relevant, weil sie darauf hindeuten, dass die Wirkung von Licht sowohl von der Tageszeit als auch vom Grad der Myopie abhängen könnte. Daraus ergeben sich neue Ansätze für einen noch gezielteren Einsatz chromatischer Lichtinterventionen im Myopie-Management“, sagt Vanessa Marie Brauer.
Die Studienergebnisse legen nahe, dass künftige Untersuchungen zur Rotlichttherapie den Zeitpunkt der Lichtintervention stärker berücksichtigen sollten. Gleichzeitig verweisen die Autoren auf weiteren Forschungsbedarf, um biologische Mechanismen und mögliche Langzeiteffekte besser zu verstehen.
Mit dem Wissenschaftspreis zeichnet Rupp + Hubrach jährlich wissenschaftliche Arbeiten aus den Bereichen Augenoptik und Optometrie aus. Der Preis soll den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern und den Wissenstransfer zwischen Hochschule und augenoptischer Praxis unterstützen.
Die feierliche Übergabe des R+H Wissenschaftspreises findet am 27. Oktober 2026 in der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena statt.

