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Sportoptik in der Praxis

Bild: lzf / envato

Erfolgreich eine Nische besetzen: Das wünschen sich viele Unternehmer. Der Wunsch allein reicht jedoch nicht aus. Eine zündende Idee kombiniert mit Know-how und einem guten Netzwerk – das sind schon einmal gute Voraussetzungen. Und: Ein Erfolg kann es werden, wenn Sie sattelfest im Fachwissen sind und Ihre Idee selbst leben. Ein Beispiel dafür ist die Sportoptik.

Eine schicke sportliche Auslage, ein gut sichtbarer Windkanal und ein paar Roll-ups – und schon kann es mit der Sportoptik losgehen. Stopp – so einfach ist das nicht! Sich als Experte beim Sehen im Sport zu etablieren, bedeutet mehr als nur Sportbrillen im Geschäft zu präsentieren und zu verkaufen. Um einen nachhaltigen Effekt zu erreichen, sollte man sich mit der Thematik, seinen sportlichen Kunden und vor allem den Sportarten, bei denen Sportler gut sehen möchten, befassen.

5-Punkte-Plan „Gelungener Start in die Sportoptik“

Basierend auf den Aussagen des Deutschen Sportbundes, wonach fast zwei Drittel der Bundesbürger regelmäßig Sport treiben, liegt hier ein spannendes Markpotenzial. Wer sich erfolgreiche Augenoptiker in diesem Gebiet ansieht, weiß, es gehört vor allem eine Begeisterung für Sport dazu. Radelnde, laufende, skifahrende Augenoptiker begegnen ihren Kunden auf Augenhöhe und kennen die Problematiken, die in diesem Bereich entstehen können aus eigener Erfahrung. Wer hier bereits bestens selbst sportlich aktiv ist, hat also einen wichtigen ersten Schritt gemacht. Ein 5-Punkte-Plan, individuell auf ein Geschäft und seine Kunden zugeschnitten, kann den Einstieg erheblich erleichtern:

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Bild: Image-Source / envato
  1. Ausbildung und Weiterbildung: Wer sich in der Sportoptik spezialisieren möchte, sollte zunächst eine solide Ausbildung als Grundlage haben und fortlaufende Weiterbildung in diesem Bereich anstreben. Dies kann durch gezielte Fortbildungen, Seminare und Workshops erfolgen, die einen tiefen Einblick in die Bedürfnisse von Sportlern und die Technologie von Sportbrillen bieten.
  2. Erfahrung sammeln: Der Einstieg in die Sportoptik erfordert praktische Erfahrung. Ein guter Start könnte sein, mit Sportlern zusammenzuarbeiten und deren Anforderungen in Bezug auf Sehhilfen zu verstehen. Dies kann durch Praktika, Kooperationen mit Sportvereinen oder durch das Arbeiten mit Athleten aus verschiedenen Disziplinen erfolgen.
  3. Ausstattung und Kooperationen: Es lohnt sich beim Ausbau seiner Expertise auch in Equipment zu investieren. Dazu gehören Mustergläser, hochwertige Sportbrillenfassungen und Sonnenbrillen als auch entsprechende Messgeräte zu nutzen. Eine Zusammenarbeit mit Herstellern von Sportoptik-Produkten kann hier ebenfalls von Vorteil sein, um Zugang zu innovativen und spezialisierten Produkten zu erhalten.
  4. Erstellung eines Konzepts für maßgeschneiderte Lösungen: Erarbeiten Sie sich ein Konzept, das Sie stets anwenden und nach dem Sie vorgehen, um keine wichtigen Aspekte nach der Anamnese in der Beratung zu vernachlässigen. Je nach Sportart kann selbstverständlich auch die Versorgung mit einer Kontaktlinse angestrebt werden. Auch hier bietet sich konzeptionelles Vorgehen an.
  5. Verkauf und Nachbetreuung: Neben der Produktberatung ist es auch wichtig, den Sportler über die Pflege und den richtigen Einsatz der Sportbrille zu informieren. Eine gute Nachbetreuung sorgt dafür, dass der Sportler mit seiner Brille zufrieden bleibt und etwaige Anpassungen rechtzeitig vorgenommen werden. Planen Sie hier eine regelmäßige Nachsorge ein. Das erleichtert auch die weitere Versorgung mit Produkten, die bei der Ausübung des Sports anstehen könnten.

Wer eine ausgewiesene Zertifizierung in dem Bereich anstrebt, sollte eine entsprechende Weiterbildung machen. Die EAH Jena beispielweise bietet eine fachliche Qualifikation für die optometrische Untersuchung von Sportlern an. Basis sind nicht nur sportoptometrische und -medizinische Basics, sondern auch wahrnehmungsphysiologische und -psychologische Grundlagen. Das visuelle System wird als Ganzes betrachtet und verschiedene Methoden zur Untersuchung und Befundung erörtert. So werden unterschiedliche Mess- und Untersuchungsmethoden angewendet und auf die Sportart bezogene Versorgungen vermittelt und praktisch angewendet. Um sich erfolgreich am Markt platzieren zu können, werden auch marketingrelevante Instrumente gelehrt.

A group of young mountain bikers riding on road outdoors in winter.
Bild: halfpoint / envato

5-Punkte-Plan „Perfekte Sportbrille“

Worauf kommt es an? In der Sportoptik ist es wichtig, auf mehrere Faktoren zu achten, die für den Sportler von Bedeutung sind. Einige der wichtigsten Kriterien sind:

  1. Sehschärfe und Sichtfeld: Sportler benötigen eine exzellente Sehschärfe, um schnell und präzise auf ihre Umgebung reagieren zu können. Die Wahl des richtigen Korrektionswerts und des richtigen Brillenglases oder der perfekten Kontaktlinse ist entscheidend, um die Sicht zu optimieren.
  2. Stabilität und Halt: Besonders bei bewegungsintensiven und/oder schweißtreibenden Sportarten sind Brillen, die sicher und fest sitzen, ein Muss. Brillen dürfen nicht verrutschen, um Sicherheit und den nötigen Komfort zu gewährleisten.
  3. Sicherheitsaspekte: In vielen Sportarten ist der Schutz vor Augenverletzungen entscheidend. Sportbrillen müssen deshalb stabiler und widerstandsfähiger sein als gewöhnliche Brillen. Materialien wie Polycarbonat oder Trivex werden oft verwendet, da sie leicht und bruchsicher sind.
  4. Lichtempfindlichkeit und UV-Schutz: Sportler sind oft im Freien aktiv und haben daher besonders hohen Bedarf an UV-Schutz und einer guten Lichtfilterung. Brillengläser mit speziellem UV-Schutz und polarisierende Filter helfen, Blendungen zu reduzieren und die Sicht zu verbessern.
  5. Funktionalität: Die Sportbrille sollte eine klare Sicht bei wechselnden Lichtverhältnissen bieten und gleichzeitig den Athleten nicht in seiner Bewegung oder Leistung beeinträchtigen.

5-Punkte-Plan „Wissen“

Wer in dem Bereich loslegen möchte, erleichtert für sich und seine Kunden die passende Beratung mit der richtigen Ausrüstung und Fachwissen. Dazu gehören:

  1. Individuelle Beratung: Eine gute Beratung ist der Schlüssel zum Erfolg. Man sollte die sportlichen Anforderungen des Kunden genau kennen, um maßgeschneiderte Lösungen anzubieten. Dies beinhaltet eine fundierte Anamnese des Kunden und Informationen zu der Sportart. On top kommen die spezifischen Anforderungen und persönlichen Vorlieben des Sportlers.
  2. Messtechnologie: Davon ist sicher vieles in einem modernen Augenoptikfachgeschäft bereits vorhanden, um präzise ­­Messungen der Sehschärfe und der Brillenglasbestimmung vorzunehmen. Darüber hinaus wird selbstverständlich die Pupillendistanz benötigt, Fassungsscheibenwinkel, ferner die Vorneigung, und bei höheren Stärken der Hornhautscheitelabstand. Bei der Sportoptik kommen zudem noch physiologische und psychologische Aspekte wichtiger Sehleistungsparameter dazu wie z.B. Kontrast- und Farbwahrnehmung. Zudem ist es hilfreich, den statistischen und dynamischen Visus zu ermitteln und die Raumwahrnehmung des Athleten zu kennen.
  3. Spezielle Sportbrillengläser oder Kontaktlinsen: Idealerweise wird der Sportler mit Brillengläsern und entsprechenden Tönungen versorgt, die auf seine Anforderungen zugeschnitten sind. Sie bieten optimierte Sichtverhältnisse unter verschiedenen Bedingungen, wie z.B. bei wechselnden Lichtverhältnissen, im Schnee, Hochgebirge oder auf dem Grün. Für Sportbrillen werden vor allem Materialien verwendet, die leicht und bruchfest sind. Polycarbonat und Trivex sind dabei sehr beliebt, da sie nicht nur stabil, sondern auch dünn und leicht sind. Bei Kontaktlinsen kommt es auf die Sportart an, welche Kontaktlinsen angepasst werden, diese sollte der Augenoptiker kennen und die idealen Produkte auswählen können. Spezialisierungen ermöglichen weitere Expertise und die Besetzung einer noch individuelleren Nische (z.B. Schießbrillen, Schwimmbrillen oder Taucherbrillen).
  4. Sportbrillenfassungen: Ein wichtiger Bestandteil der Sportoptik ist die Brillenfassung bzw. die Sportbrillenfassung. Allgemein müssen sie robust, leicht und anpassbar sein. Materialien wie Nylon, TR90 oder Titan bieten eine hohe Flexibilität und Haltbarkeit. Fassungen mit verstellbaren Seitenstegen oder Bügeln ermöglichen eine optimale Anpassung. Legen Sie sich ein Verzeichnis der wichtigsten Anbieter mitsamt deren Produkten an, die nicht alltäglich sind, und die Sie für bestimmte Sportarten oder Umstände schnell abrufen können.
  5. Schutzbrillen: In Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko (z.B. Baseball, Hockey, Rugby) werden spezielle Schutzbrillen für Brillenträger benötigt, die das Auge vor Stößen und anderen Gefahren schützen. Hierfür werden besonders widerstandsfähige Materialien verwendet.
    Worauf warten Sie noch … es lohnt sich
    Wenn Sie diese 5 + 5 + 5 Punkte für Ihre eigene Planung berücksichtigen, und sich dabei noch Ihre Leidenschaft für die Sportoptik bewahren, können Sie mit einem umfassenden Angebot als Experte in einem größeren Einzugsgebiet glänzen. Auch wenn der Anfang schwer sein kann, lohnt es sich doch bei dem Thema einen langen Atem zu beweisen.
Mountaineer backcountry ski touring in the mountains. Ski touring in high alpine landscape with snowy trees. Adventure winter extreme sport. High quality photo
Bild: Visual Production / envato
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