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Spectaris: Vorsichtige Signale beim PFAS-Beschränkungsverfahren

Bunte Chemikalien
Spectaris ordnet die neuen Entwicklungen beim laufenden PFAS-Beschränkungsverfahren gemeinsam mit dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) ein. Symbolbild: Ryan Zazueta/Unsplash

Nach Fortschrittsbericht der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat gemeinsam mit fünf nationalen Behörden einen Zwischenbericht zum laufenden Beschränkungsverfahren für Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) veröffentlicht. Der Industrieverband Spectaris ordnet die neuen Entwicklungen gemeinsam mit dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer VDMA ein.

Der neue Bericht zeige erste Offenheit gegenüber anderen Regelungsoptionen als einem umfänglichen Verbot mit wenigen Ausnahmen, so Spectaris, insbesondere hinsichtlich der kritischen Bedeutung von Fluorpolymeren für industrielle Hightech-Anwendungen. Für die Industrien in Europa, die auf PFAS angewiesen sind, könne dies als ein „vorsichtiges Signal in die richtige Richtung“ gewertet werden.

Unsicherheit bei PFAS schadet Industriestandort Deutschland

Nach wie vor herrsche in den betroffenen Unternehmen aber eine erhebliche Unsicherheit, die auch Investitionen verhindere und dem Industriestandort als Ganzes schade. „Die im Bericht genannten möglichen Alternativen sind ein wichtiges Etappenziel, aber noch kein Garant für eine nachhaltige Lösung. Es liegt nun an der Politik und nicht nur an den Behörden, den regulatorischen Rahmen für PFAS so zu gestalten, dass Umwelt- und Wettbewerbsziele in Einklang gebracht werden können“, sagt Dr. Sarah Brückner, Leiterin Umwelt und Nachhaltigkeit im VDMA.

Der ECHA-Fortschrittsbericht betont, dass nun auch alternative Regulierungsoptionen geprüft werden, um die PFAS-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu minimieren. Fluorpolymere, die aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften in zahlreichen Schlüsseltechnologien unverzichtbar und kaum ersetzbar seien, würden im Bericht explizit hervorgehoben. Die ECHA stellt fest, dass Alternativen für bestimmte Anwendungen dieser Stoffe sowie Maßnahmen zur Minimierung ihrer Emissionen in die Umwelt aufgezeigt wurden.

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Jörg Mayer, Geschäftsführer von Spectaris, betont: „PFAS werden zu oft über einen Kamm geschert und nur als schwierige ‚Ewigkeitschemikalien‘ wahrgenommen. Dabei gilt die Untergruppe der Fluorpolymere als unbedenklich und ist als Hochleistungswerkstoff für zahlreiche Hightech-Anwendungen essentiell. Der Fortschrittsbericht der ECHA erkennt diese Bedeutung von Fluorpolymeren für industrielle Schlüsseltechnologien an. Jetzt müssen unmissverständliche und schnelle Signale aus der EU-Administration und der deutschen Politik folgen, um massive Schäden für die Industrie zu vermeiden.“

Aktueller Verfahrensstand reicht nicht aus – stärkere Einbindung der Politik gefordert

Zugleich betonen Spectaris und VDMA, dass der aktuelle Stand des Verfahrens für die Industrie nicht ausreicht. Den behördlichen Prozess nur abzuwarten, schaffe kurzfristig erhebliche Planungsrisiken und könne langfristig zu einer schleichenden Abwanderung von Schlüsselindustrien aus Europa führen. Die Industrieverbände fordern daher eine stärkere Einbindung der politischen Entscheidungsträger in den weiteren Verlauf des Verfahrens. Die Unternehmen bräuchten zwingend einen pragmatischen und risikobasierten Regulierungsansatz, der ihre Belange etwa zur Sicherung von Qualität in der Produktion und im Endprodukt berücksichtige. „Eine umfängliche PFAS-Beschränkung würde die Industrie und damit auch alle Kunden gerade in vielen Hightech-Bereichen um Jahrzehnte zurückwerfen“, betonen Spectaris und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer.

Die Verbände wollen den weiteren Verlauf des Verfahrens genau verfolgen und sich weiterhin aktiv für einen ausgewogenen Ansatz einsetzen, der sowohl den spezifischen Bedürfnissen der Industrie als auch dem Umweltschutz gerecht wird.

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