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Beyond Performance mit Shamir

Bilder: Shamir und Silke Sage

Sehen unter Hochleistungsbedingungen und im digitalen Alltag

Formel 1, Smart Glasses, KI, MedTech – und ein neues Brillenglas: Shamir lud Anfang September zum Event „Beyond Performance – Driving What’s Next in Vision“ nach Mailand. Im Tortona Experience Center von EssilorLuxottica zeigte das Unternehmen nicht nur erstmals Shamir Digital Intelligence, sondern machte zugleich deutlich, wie weit der Begriff „Vision“ innerhalb der Gruppe inzwischen gefasst wird.

Schon der Ort passte zur Botschaft. Im architektonisch eindrucksvollen Tortona Experience Center von EssilorLuxottica in Mailand trafen am 1. September internationale Gäste aus Medien und Branche auf Technologie, Motorsport und Augenoptik. Das Event „Beyond Performance – Driving What’s Next in Vision“ stellte die Frage in den Mittelpunkt, welchen Anteil gutes Sehen daran hat, wie Menschen im Beruf, im Sport oder im Alltag agieren. Der Formel-1-Wagen auf dem Gelände und Alpine-Pilot Pierre Gasly als prominenter Gast machten deutlich, wo Shamir für einen Teil seiner Forschung nach Antworten sucht.

Begrüßt wurden die Gäste zunächst von Bruno Decreton, Chief Marketing Officer von Shamir. Anschließend ging es zunächst nicht in den Veranstaltungssaal, sondern auf Entdeckungstour. In vier kleinen Gruppen führte EssilorLuxottica durch unterschiedliche Bereiche seines inzwischen ausgesprochen breit aufgestellten Technologieportfolios entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der Branche.

Von Smart Glasses bis zur Netzhaut

Eine Station widmete sich dem Bereich Smart Eyewear und der Zusammenarbeit rund um Ray-Ban Meta und Oakley Meta. Vor Ort war auch die in Europa bislang noch nicht verfügbare Ray-Ban Meta Display zu sehen.

Bei Nuance Audio stand dagegen die Verbindung von Sehen und Hören im Mittelpunkt. Die in die Brillenfassung integrierte Hörtechnologie ist seit mehreren Jahren auf dem Markt und bietet eine niedrigschwellige Alternative zu klassischen Hörgeräten. Gezeigt wurden in Mailand auch Weiterentwicklungen der Produktfamilie und ihrer digitalen Nutzungsmöglichkeiten.

Noch weiter ins medizinische Feld führte Espansione. Das Unternehmen gehört seit 2025 zu EssilorLuxottica und beschäftigt sich mit nicht-invasiven lichtbasierten Technologien u.a. zur Behandlung von Erkrankungen der Augenoberfläche. Im Mittelpunkt der Präsentation stand insbesondere das Trockene Auge. 

Eine weitere Station zeigte, wohin sich auch Screening und Diagnostik entwickeln könnten. RetinAI verbindet medizinische Bildgebung mit Software und Künstlicher Intelligenz zur Analyse retinaler Daten. Auch wenn deren Anwendungen heute noch stark im ophthalmologischen Umfeld angesiedelt sind, wurde in Mailand die Perspektive skizziert, dass diese KI-gestützten Systeme künftig die Arbeit unterschiedlicher „Eye-Care“-Berufe verändern könnten.

Die Formel 1 als Forschungslabor

Für Shamir selbst rückte anschließend wieder die visuelle Performance in den Mittelpunkt. Auf der Bühne trafen dabei unterschiedliche Perspektiven zusammen: Shamir-Präsident und CEO Moshe Yagen, Chief Marketing Officer Bruno Decreton und Dr. Dana Gotthilf-Nezri aus der klinischen Forschung diskutierten gemeinsam mit Alpine-Pilot Pierre Gasly und David Sanchez, Executive Technical Development Director des BWT Alpine Formula One Teams.  

Die Verbindung zwischen Shamir und Alpine besteht bereits seit 2021. Dabei versteht Shamir die Kooperation ausdrücklich nicht nur als Sponsoring. Das Unternehmen nutzt die besonderen visuellen Anforderungen des Motorsports, um Daten zu erheben und daraus Erkenntnisse für die Entwicklung optischer Lösungen abzuleiten. 

Ein Beispiel dafür ist Shamir Driver Intelligence. Für die Entwicklung wurden nach Unternehmensangaben unter anderem Eye-Tracking-Analysen, Untersuchungen des visuellen Verhaltens sowie Daten und Erfahrungen von Fahrern des Alpine-Teams genutzt. Im Fokus stehen die schnellen Wechsel zwischen Straße, Spiegeln, Displays und Navigationssystemen – Sehaufgaben also, die im Rennsport extrem ausgeprägt sind, in abgeschwächter Form aber längst auch den normalen Straßenverkehr prägen. 

Digital Intelligence: der nächste Schritt

In Mailand gab Shamir nun einen ersten Ausblick auf das neue Brillenglas. Es soll Anfang 2027 auf den Markt kommen und richtet sich an Menschen, deren Alltag zunehmend von mehreren digitalen Geräten und permanenten Blickwechseln geprägt ist.  

Computer, Laptop, Smartphone und Smartwatch werden heute häufig nicht mehr nacheinander, sondern parallel genutzt. Entsprechend wechseln Blickrichtung, Sehentfernung und Aufmerksamkeit ständig. Shamir sieht darin eine eigene visuelle Anforderung: „Digital Performance“.

Das Unternehmen beschreibt Digital Intelligence als Glasdesign, das Sehkomfort, Blickergonomie und natürliche Blickwechsel in solchen Multi-Screen-Umgebungen unterstützen soll. Auch dafür wurden Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit Alpine genutzt – diesmal insbesondere Daten von Ingenieuren, deren Arbeit durch zahlreiche Displays und einen kontinuierlichen Informationsfluss geprägt ist. Shamir spricht von umfangreichen Eye-Tracking-Daten, mit deren Hilfe Blickwechsel zwischen unterschiedlichen Screens analysiert und modelliert wurden. 

Wie genau diese Erkenntnisse schließlich in das optische Design des neuen Glases übersetzt werden, ließ Shamir in Mailand allerdings noch weitgehend offen. Das Unternehmen sprach daher von einem ersten Ausblick. Technische Details zur Gestaltung der Sehbereiche oder zur konkreten Individualisierung dürften daher erst näher zum Marktstart folgen.

Die Formel 1 liefert dafür das spektakuläre Versuchsfeld. Der eigentliche Transfer findet jedoch im Alltag statt. So war die vielleicht wichtigste Botschaft aus Mailand: Performance-Sehen beginnt nicht erst im Spitzensport. Es findet jeden Tag statt.

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