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Ipro: Ein Aufruf zur Digitalisierung

Geschäftsführer Alexander Schröder appelliert an die Innovationsbereitschaft mittelständischer Fassungshersteller

„Es ist ein Skandal, wie Ihr Euch verweigert!“ So lautet der Einstieg einer Pressemeldung der Ipro GmbH. Was folgt ist ein Mix zwischen Abrechnung und Beschwörung von Ipro-Geschäftsführer Alexander Schröder. Er richtet sich damit an „die mittelständischen Hersteller von Brillenfassungen“, ohne Namen zu nennen. Wo in der Augenoptik – dank Corona-Krise – inzwischen digitale Terminkalender im Internet, automatische Datenschnittstellen in der Refraktion, in der Werkstatt und an der Kasse eingeführt wurden, würden große Teile eben jener zentralen Warengruppe im vor-digitalen Dornröschenschlaf verharren.

Die Großen fressen die Kleinen

Die Großen hätten seiner Meinung nach den Trend frühzeitig erkannt und seien deshalb heute bestens aufgestellt. Zwei bedeutende Fassungshersteller aus Italien etwa hätten ihre Hausaufgaben schon gemacht, ehe viele Mitbewerber das Wort „digital“ auch nur buchstabieren konnten. Kataloge, Lieferscheine, Bestellungen, automatische Nachbestückung – alles läuft elektronisch und automatisiert. Folglich wundert es Schröder nicht, dass diese Unternehmen Ihre Marktposition kontinuierlich ausgebaut haben und weiter ausbauen.

Auf einem mit dem der Italiener vergleichbaren Optimierungsniveau befänden sich nur wenige andere Anbieter. Schröder nennt hier explizit Eschenbach, Menrad, Rodenstock, Silhouette und spricht von „einigen anderen“, die die Ausnahmen bilden. Rund 70% der aktuell lieferbaren Modelle seien noch von der Digitalisierung ausgeschlossen, weil die Hersteller keine ordentlichen Daten bereitstellten.

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Es hapert im Kern

Dass immer mehr Hersteller mit Portalen, Beratungstools und Online-Präsentationen werben, würde den eigentlichen Kern nicht treffen: die Warenwirtschaft und Produktpräsentation. Das verwundert ihn umso mehr, als dass in der Augenoptik die Glas- und Kontaktlinsenhersteller schon lange auf moderne digitale Logistik setzen; digitale Kataloge, digitale Bestellungsabwicklung bis hin zum digitalen Lieferschein seien hier selbstverständlich und würden helfen, die Betriebe zukunftsfähig zu machen.

Jedem mittelständischen Kollegen sollte Schröder zufolge klar sein, dass ein Lieferant, der seine Ware nicht mit Bildern und ordentlich gepflegter Lieferbarkeit in Branchenportalen anbietet, letztendlich das Geschäft der Großvertriebsformen betreibt. Auch wenn er genau das nicht will. Es sei ein echter Skandal, dass sich die meisten Vertreter der Fassungsindustrie komplett verweigern. Wer als kleiner Betrieb nicht die gleichen Chancen wie die Großen hat, trotz vorhandener Optionen, dem sei schwer zu helfen.

Kritische Worte? Ja!

Alexander Schröder möchte provozieren und wachrütteln zugleich, sich den „Großen“ nicht geschlagen zu geben. So endet sein Appell an die mittelständischen Fassungsproduzenten auch mit dem Aufruf, sich bei ihm zu melden, falls sich jemand „auf den Schlips getreten fühle“. Der nächste Schritt sollte dann die Kontaktaufnahme zu ihm sein, damit „wir die Digitalisierung endlich gemeinsam anpacken können!“.

Ipro-Geschäftsführer Alexander Schröder. Bild: Ipro GmbH
Ipro-Geschäftsführer Alexander Schröder. Bild: Ipro GmbH

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