Anzeige
Menicon (Banner)
| |

Charmant: „Eine Marke, an die wir glauben“

Bilder: Charmant

Brillenhersteller Charmant im Interview zu Esprit Eyewear

Seit über 30 Jahren entwickelt und fertigt der japanische Brillenhersteller Charmant modische Korrektions- und Sonnenbrillen für Esprit. Die 1968 von Doug und Susie Tompkins in Kalifornien gegründete Modemarke geriet jedoch zuletzt in Schieflage – und musste Insolvenz anmelden. FOCUS wollte wissen, was das für die bestehende Brillenpartnerschaft bedeutet.

Vor rund zwei Monaten gab die Charmant Group noch bekannt, dass die Lizenzvereinbarung für das Design, die Herstellung und den Vertrieb von Esprit-Brillen in Europa verlängert wurde. Damit räumte das Unternehmen auch letzte Zweifel aus dem Weg, ob aufgrund der Insolvenz auch bald Schluss sein könnte für Esprit Eyewear. 

Im Gespräch mit den dafür zuständigen Mitarbeitern und dem COO Chris Beal erfuhren wir mehr über den Wert der Marke für Charmant sowie über die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen.

FOCUS: Wie hat sich die Insolvenz der Esprit-Bekleidungssparte auf Ihr Geschäft mit Esprit-Brillen als Marke ausgewirkt?

Beal: Natürlich gab es Auswirkungen aus PR-Sicht und gewisse Unsicherheiten bei unseren Kunden. Wir haben jedoch stets klargestellt, dass das Brillengeschäft von Esprit in Europa nicht betroffen ist. Mittlerweile ist ja auch die neue Lizenzvereinbarung mit Esprit Europa BV geschlossen worden.

FOCUS: Können Sie erläutern, wie die Zusammenarbeit zwischen Charmant und Esprit im Bereich Eyewear organisiert ist?

Beal: Wir standen während der schwierigen Zeiten von Esprit in ständigem Kontakt mit dem Unternehmen und arbeiten nun reibungslos mit der neuen europäischen Gesellschaft zusammen.

FOCUS: Welche Zielgruppen sprechen Sie mit den Esprit-Brillen besonders an und wie unterscheiden sich diese von anderen Marken im Portfolio von Charmant?

Winheim: Es geht vor allem um die Haltung und den Spirit. Die Träger von Esprit Eyewear sind natürlich, positiv, lässig und aufgeschlossen. Sie verbindet eine gemeinsame Einstellung, nicht Alter oder Geschlecht. Sie sind modebewusst, bleiben dabei aber stets ihrem eigenen Stil treu. Sie legen Wert auf Qualität und Komfort und suchen Produkte mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Esprit Eyewear richtet sich gezielt an diese Zielgruppen, denn wir bieten ein breites Produktspektrum für alle Geschlechter und Altersgruppen an, zu einem wettbewerbsfähigen Preis und mit der gewohnten Charmant-Qualität. Im Vergleich zu anderen Marken aus unserem Portfolio spricht Esprit Eyewear eine etwas jüngere Zielgruppe an. Die Kollektionen orientieren sich immer an aktuellen Modetrends und spiegeln ein modernes, urbanes Lebens­gefühl wider. Zudem positioniert sich Esprit Eyewear im attraktiven Einstiegspreissegment, während der Schwerpunkt unserer übrigen Marken größtenteils im Premium­bereich liegt.

FOCUS: Welche Rolle spielen Design und Innovation bei der Entwicklung neuer Brillenkollektionen der Marke?

Winheim: Design und Innovation stehen im Mittelpunkt jeder Kollektion, die wir entwickeln. Unser Fokus liegt auf zeitlosen Styles, ergänzt durch moderne Farben und feine Details. So wirken unsere Kollektionen stets aktuell, aber niemals übertrieben. Es geht darum, Modelle zu schaffen, die unkompliziert, angenehm zu tragen und für alle zugänglich sind. Innovation zeigt sich bei uns vor allem in der Materialwahl: ultraleichte Kunststoffe, Metall und Bio-Azetat – ausgewählt im Hinblick auf Tragekomfort, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit. Wir sind stets auf der Suche nach intelligenten Lösungen, um Passform und Funktion zu optimieren, ohne dabei die preisliche Erschwinglichkeit aus dem Blick zu verlieren. Es geht um stilvolles Design, hohe Qualität und ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis – für echte, bodenständige Menschen.

FOCUS: Wie positionieren Sie Esprit-Brillen im Vergleich zu anderen Modemarken in dem Segment, die ebenfalls Eyewear anbieten?

Winheim: Wir unterscheiden uns, indem wir den Fokus auf echte Menschen legen – nicht auf die Laufstege der Modewelt. Während viele Brillenmarken dem High-Fashion-Trend folgen, bieten wir stilvolle, qualitativ hochwertige Fassungen, die alltagstauglich und erschwinglich sind. Unsere Designs sind zeitlos mit einem modernen Touch, erhältlich in einer breiten Palette von Farben und Details, die modisch bleiben, ohne kurzlebigen Trends hinterherzulaufen.

Wir richten uns an ein breites Publikum – Männer, Frauen und Unisex-Modelle – für alle Altersgruppen. Im Mittelpunkt stehen dabei Komfort, Authentizität und die Freude am Tragen. Durch den Einsatz leichter und langlebiger Materialien schaffen wir zusätzlichen Mehrwert und machen somit modischen Style zugänglich – ganz ohne Kompromisse.

FOCUS: Gibt es spezielle Marketing- oder Vertriebskonzepte, die Sie aufgrund der aktuellen Marktsituation angepasst haben?

Berger: Prinzipiell ist es immer unser Ziel, unseren Kunden hochwertige Kampagnen anzubieten – egal ob im Bereich Online-Marketing oder für den POS. Auch bereits in der Vergangenheit lag einer unserer Kommunikationsschwerpunkte auf Esprit. Aufgrund der neuen Situation haben wir diesen Schwerpunkt aber bewusster gelegt, um unseren Kunden zum einen zu zeigen, dass Esprit Eyewear weiterhin erhältlich ist und zum anderen durch unsere Investition in die Marke zu demonstrieren, dass wir an sie glauben. Zudem haben wir unseren Kunden eine digitale B2C-Kampagne zur Verfügung gestellt. Damit haben wir gleichzeitig für Esprit auch Sichtbarkeit bei den Endverbrauchern erzeugt.

FOCUS: Welche Trends beobachten Sie aktuell in der Brillenmode – und wie reagieren Sie mit  Esprit Eyewear darauf?

Winheim: Wir lassen uns von zentralen Strömungen in der Brillenmode inspirieren, ohne modischen Schnelllebigkeiten zu folgen. Auffällige Fassungen, Retro-Designs und minimalistische Looks sind aktuell im Trend und wir interpretieren diese Einflüsse auf unsere eigene, unverwechselbare Art. So greifen wir etwa Oversize- und geometrische Formen auf, setzen sie jedoch zeitlos und tragbar um. Retro-Styles dienen uns als Inspiration, aber wir gestalten sie so, dass sie frisch und zugänglich wirken. Auch die klare Ästhetik transparenter Fassungen spricht uns an, wir verleihen ihnen durch moderne Farben und Details aber eine ganz eigene Note.

Unser Ziel ist es, Esprit-Brillen zu entwickeln, die stilvoll, vielseitig und authentisch sind und damit perfekt zu unserer bodenständigen, lebensnahen Zielgruppe passen.

FOCUS: Wie sieht die Zukunftsstrategie für Esprit-Brillen aus, insbesondere im Hinblick auf die Markenwahrnehmung nach der Insolvenz der Textilsparte?

Beal: Wir gehen davon aus, dass sich die zuletzt wahrgenommene Negativität im Zusammenhang mit den Herausforderungen der Marke zunehmend legen wird. Der Markt wird erkennen, dass Esprit Eyewear weiterhin fest etabliert ist und mit spannenden neuen Produkteinführungen in eine vielversprechende Zukunft blickt.

FOCUS: Gibt es Pläne, die Esprit-Brillenkollektion um neue Technologien oder nachhaltige Materialien zu erweitern?

Winheim: Innovation ist ein fester Bestandteil unserer DNA bei Charmant. Das bedeutet, dass wir uns stetig weiterentwickeln. Ein gutes Beispiel dafür sind die ultraleichten Materialien, die wir bei Esprit Eyewear einsetzen. Sie stehen für unser klares Bekenntnis zu Komfort und durchdachtem Design.

Auch im Bereich Nachhaltigkeit gehen wir konsequent voran: So haben wir bereits Bio-Azetat in unsere Kollektionen integriert – ein Schritt in Richtung mehr Umweltbewusstsein, ohne dabei Abstriche bei Qualität oder Stil zu machen.

Kurz gesagt: Wir setzen auch in Zukunft auf sinnvolle, praxisnahe Innovation mit Weitblick und Verantwortung.

FOCUS: Vielen Dank für das Gespräch.

Ähnliche Beiträge

  • Fachkräftemangel

    Auch Augenoptiker kennen ihn, den Fachkräftemangel. In einer Onlineumfrage stellte der ZVA bei 968 Innungsbetrieben fest, dass 42% der Befragten im vergangenen Halbjahr Fachpersonal suchten, 68% der offenen Stellen konnten nicht besetzt werden. Wir sprachen mit Branchenkennern darüber, was helfen kann.

  • Spectaris: Überarbeitung der MDR-Verordnungen gefordert

    Das Europäische Parlament hat vor Kurzem einen Entschließungsantrag zur Überarbeitung der EU-Verordnungen für Medizinprodukte (MDR) angenommen. Spectaris unterstützt die deutlichen Signale an die Europäische Kommission, zeitnah Verbesserungen umzusetzen, um die Herausforderungen der Branche zu bewältigen.

  • Optimales Laufen mit Sportbrillen

    Die Idee, dass Sportbrillen die Leistung steigern können, mag für Laien überraschend klingen, ist bei näherer Betrachtung keineswegs abwegig. Vielmehr gilt: Wer entspannt sehen kann, hat eher Erfolg beim Sport – findet Laufcampus-Experte Andreas Butz. Hier geht es zum Beitrag.

  • Mister Spex: 70. Geschäft eröffnet

    Mister Spex feiert mit der Eröffnung eines neuen Stores in Dresden den mittlerweile 70. Standort seines schnell wachsenden Filialnetzes in Europa. Das Geschäft befindet sich im Einkaufszentrum „Centrum Galerie“ und bietet die bekannten Services des Omnichannel-Optikers an.

  • De Rigo: Neue Lizenzvereinbarung

    De Rigo gab eine exklusive Lizenzvereinbarung für das Design, die Produktion und den Vertrieb von Brillenfassungen und Sonnenbrillen für die Marke Gap in den USA, Kanada, Mexiko und Brasilien bekannt.

  • De Rigo: Neue Hausmarke

    De Rigo Vision gibt das Entstehen seiner vierten und neuen House Brand Yalea bekannt. Yaela Markenbotschafterinnen sind Bianca Balti und Cindy Crawford.