Augenoptik gehört in die Gesundheitsdebatte
Dr. Norbert Gorny von EssilorLuxottica im Interview
Das Auge als Zugang zur allgemeinen Gesundheit, KI als Assistenzsystem und Myopie-Management als datenbasierte Langzeitstrategie: Im Gespräch mit FOCUS skizziert Dr. Norbert Gorny, Global Chief Scientific Officer bei EssilorLuxottica, wohin sich Augenoptik und augennahe Versorgung entwickeln könnten. Er spricht über Chancen und Grenzen von Oculomics, neue Anforderungen an Augenoptiker und darüber, warum individualisierte Versorgung künftig wichtiger wird als pauschale Modelle.
FOCUS: Mit Oculomics rückt das Auge zunehmend als Fenster zur systemischen Gesundheit in den Fokus. Wo sehen Sie realistische Einsatzfelder im augenoptischen Alltag – und wo liegen aus Ihrer Sicht die klaren Grenzen?
Gorny: Die Beobachtung ist völlig richtig. Mit der Skalierung moderner Imaging-Technologien, also deutlich verbesserter Funduskameras und der generellen Verfügbarkeit von OCT, rückt die Analyse der Retina immer stärker ins Zentrum. Gleichzeitig ist die Erfassung solcher Bilder heute nicht mehr ausschließlich an die Fachkompetenz eines Arztes gebunden. Gut geschulte Fachkräfte können diese Aufnahmen in kurzer Zeit erstellen. Das liefert enorme Datenmengen und neue Einsichten – auch bei Patienten, die noch symptomfrei sind.
Im Grunde stehen wir am Beginn einer Entwicklung, die man durchaus als Revolution bezeichnen kann. Inzwischen lassen sich aus der Retina mehr als 1.000 Biomarker ableiten. Das klingt zunächst so, als hätte man ein universelles Werkzeug für alle medizinischen Fragestellungen in der Hand. So einfach ist es aber nicht: Nur rund 50 dieser Biomarker sind derzeit klinisch wirklich relevant, und selbst diese sind oft noch nicht durch longitudinale Studien so abgesichert, dass sich daraus belastbar eine Diagnose ableiten ließe.
FOCUS: Das heißt: Die technologische Machbarkeit ist weiter als die klinische Absicherung?
Gorny: Das ist im Moment die entscheidende Grenze. Bevor solche Verfahren in der Praxis zweifelsfrei eingesetzt und von regulatorischen Behörden auch für diagnostische Zwecke zugelassen werden können, werden noch einige Jahre vergehen. Dazu kommen je nach Land sehr unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen.
Die größten Hürden sind aus meiner Sicht drei: erstens Datenmenge und Datenqualität, zweitens der Nachweis klinischer Relevanz und drittens die praktische Umsetzung im Alltag. Es gibt bis heute keinen einheitlichen Qualitätsstandard für Retinabilder. Wenn Sie für eine KI-Anwendung international eine Zulassung anstreben, scheitern Sie oft schon daran, dass sich Hersteller von Geräten – etwa OCT-Systemen – nicht auf eine definierte Mindestqualität einigen können. In der Radiologie ist man da deutlich weiter.
FOCUS: Wo sehen Sie die ersten realistischen Einsatzfelder?
Norbert Gorny: Ganz klar bei der sehr frühen Erkennung subklinischer, also noch nicht symptomatischer Konditionen. Dazu gehören Veränderungen im Zusammenhang mit hoher Myopie, Diabetes und AMD. Ein weiteres großes Feld ist das Glaukom. Der Augeninnendruck bleibt wichtig, ist aber als Einzelparameter nicht besonders zuverlässig. Strukturdaten rund um den Sehnerv liefern zusätzliche Informationen, die sehr vielversprechend sind.
Und dann kommen wir zu den systemischen Erkrankungen. Da sehe ich vor allem zwei große Gruppen: kardiovaskuläre Erkrankungen und neurodegenerative Erkrankungen, allen voran Alzheimer.
FOCUS: Wir haben in Deutschland bereits sehr unterschiedliche Screening-Anbieter und sehr unterschiedliche Gerätekonstellationen. Gleichzeitig unterscheiden sich die Berufsbilder international enorm. In Großbritannien darf der Optometrist sehr viel, in Frankreich ist der klassische Augenoptiker viel stärker auf den Verkauf begrenzt. Wo würden Sie ein Screening einordnen – sowohl beim Augenhintergrund als auch bei systemischen Erkrankungen?
Gorny: Wir sprechen hier auf der Veranstaltung oft recht leicht davon, dass alle ECPs Verantwortung für Primary Care tragen, weil sie Patienten von Kindesbeinen bis ins hohe Alter begleiten. Das stimmt grundsätzlich. Aber nicht jeder darf in jedem System gleich weit gehen.
Die erste Herausforderung besteht darin, Augenoptikern klarzumachen: Das klassische, erfolgreiche Geschäftsmodell rund um Brille, Mode und Beratung bleibt wichtig – wird langfristig aber nicht ausreichen. Der Druck durch Onlinehandel, Preiswettbewerb und kanalübergreifende Konkurrenz besteht weiterhin. Deshalb braucht es aus meiner Sicht eine Weiterqualifikation. Und diese geht in Richtung digitale Kompetenz, aber eben auch in Richtung höherwertiger medizinischer Leistungen.
FOCUS: Also ein klarer Kompetenzaufbau jenseits der klassischen Refraktion?
Gorny: Ja, absolut. Wenn ein Unternehmen wie Fielmann beginnt, den Einsatz von Funduskameras systematisch in die Filialen zu bringen, zeigt das doch, dass man dort strategisches Potenzial erkennt. Für mich ist das ein Signal: Ein gut ausgebildeter deutscher oder französischer Augenoptiker ist grundsätzlich in der Lage, höherwertige Leistungen zu erbringen.
Ob er heute schon in jedem Fall alle daraus entstehenden Informationen selbst interpretieren kann, ist eine andere Frage. Genau dort kommt dann die KI ins Spiel. Wenn sie qualifiziert ist und auf standardisierten Bildqualitäten basiert, kann sie einem gut ausgebildeten Augenoptiker helfen, deutlich mehr Leistung zu erbringen.
Die nächste Frage ist dann allerdings: Und wer bezahlt dafür? In Systemen wie Großbritannien oder den USA ist das klarer geregelt. Dort wissen die Menschen: Wenn ich in Weiterbildung und in Geräte investiere, dann kann ich damit auch Einkommen generieren. In vielen westeuropäischen Märkten ist das noch nicht ausreichend definiert. Die Kostenträger müssen stärker verstehen, dass frühes Eingreifen bei Glaukom oder Retinopathien über den Lebenszyklus eines Patienten sehr viel günstiger ist als spätes Handeln.
FOCUS: Das heißt, es geht nicht nur um Technik, sondern auch um Vergütung, Regulierung und Weiterbildung?
Gorny: Ganz genau. Und wir müssen permanent darauf hinweisen, dass es ohne Weiterbildung nicht gehen wird. Das betrifft die Betriebe ebenso wie die Ausbildungseinrichtungen – also Augenoptikerschulen, Fachhochschulen und alle Institutionen, die Optometrie systematisch vermitteln.
FOCUS: Gleichzeitig gibt es niedrigschwellige Screening-Angebote im Markt, etwa im Drogerieumfeld. Aus Sicht des Kunden ist der Preisunterschied dann oft schwer nachvollziehbar. Wie gelingt es, die eigene Leistung klar und überzeugend abzugrenzen?
Gorny: Das ist ein wichtiger Punkt. Ich glaube, hier braucht es eine gemeinsame Anstrengung. Wir versuchen als Unternehmen international sehr klar zu kommunizieren: Augengesundheit ist allgemeine Gesundheit. Nicht nur, weil das Auge ein Indikator für viele körperliche Zustände ist, sondern auch, weil es in vieler Hinsicht schneller altert als andere Organe oder Sinnesorgane.
Um diese Zusammenhänge richtig beurteilen zu können, braucht man Ausbildung. Natürlich kann man versuchen, vieles an Maschinen zu delegieren. Dann bekommt man einen Ausdruck oder einen Datensatz und schickt diesen weiter. Aber die Frage ist doch: Wem vertraut ein Arzt am Ende mehr? Einer stark vereinfachten maschinellen Untersuchung – oder einer qualifizierten Fachkraft mit fundierter Ausbildung? Bedenken Sie auch, wie viele falsch positive oder negative Ergebnisse erzielt werden könnten, wenn man diesen Prozess unbegleitet lässt.
FOCUS: Der Unterschied liegt also in der Einordnung und im professionellen Kontext?
Gorny: Aus meiner Sicht eindeutig Ja! An dieser Stelle kommt ein sehr wichtiger Begriff ins Spiel: Interoperabilität. Augenoptiker und Augenärzte müssen stärker zusammenarbeiten. Nach meiner Erfahrung ist die Bereitschaft auf Seiten vieler Augenärzte durchaus da – vor allem dann, wenn sie sehen, dass qualifizierte Augenoptiker zu einer Entlastung beitragen können.
Natürlich wird man die Marketingmacht großer Handelsketten nicht einfach so ausblenden können. Man muss sich diesem Wettbewerb stellen. Aber gerade deshalb braucht es Aufklärung, Berufsmarketing und eine klare Kommunikation darüber, welchen Unterschied Qualifikation und fachliche Einordnung machen.
FOCUS: In Deutschland erleben wir in der Augenoptik schon länger einen erheblichen Fachkräftemangel. Könnte ein Feld wie Oculomics oder Screening dazu beitragen, den Beruf attraktiver zu machen und ihn stärker als Gesundheitsberuf zu positionieren?
Gorny: Das ist eine ausgezeichnete Frage. Ich halte sie für hochrelevant – und sie ist noch nicht abschließend beantwortet. Wenn Sie sich einmal die Beschäftigungsentwicklung der letzten Jahre anschauen, dann sehen Sie, dass medizinische und pflegerische Berufe starken Zulauf haben. Ich frage mich oft, warum die optische Industrie, die ja ebenfalls in Teilen medizinisch geprägt ist, diesen Trend nicht stärker für sich nutzt.
Es gibt in der Gesellschaft ein wachsendes Interesse an Gesundheit, Prävention, bewusster Lebensführung und Langlebigkeit. Hier gehört der Augenoptiker eigentlich in die Mitte der Diskussion. Deshalb sehe ich hier nicht nur die Industrie in der Pflicht, sondern auch die Verbände.
Und noch etwas: Wenn der Beruf des Augenoptikers auf Dauer nur aus Refraktion und der Auswahl einer passenden Brillenfassung besteht, dann ist das für junge Menschen, die mit Technik, KI und Data Science aufwachsen, irgendwann zu wenig attraktiv. Oculomics ist deshalb aus meiner Sicht eine große Chance, den Horizont des Berufs zu erweitern und neue Perspektiven zu eröffnen.
FOCUS: Also auch ein Hebel gegen die Kommodisierung des Berufs?
Gorny: Ja, unbedingt. Wenn wir diesen Weg nicht gehen, besteht die Gefahr, dass der Beruf austauschbarer wird und die wertvolle Ausbildung am Ende nicht den Mehrwert erzeugt, den sie eigentlich erzeugen könnte – weder für den Patienten noch für den Praxisinhaber.
FOCUS: Kommen wir zum Myopie-Management. Das entwickelt sich ja rasant – weg von einzelnen Produkten hin zu datenbasierten Langzeitstrategien. Welche Rolle spielen dabei KI, Verlaufsdaten und möglicherweise künftig auch Kombinationstherapien?
Gorny: Zunächst einmal würde ich sagen: Die Entwicklung der Produkte für das Myopie-Management ist keineswegs abgeschlossen. Wir sehen heute eine Generation von Linsen und optischen Konzepten, die bereits große klinische Effekte erzeugt. Aber die nächste Grenze ist doch: Können wir die Progression der Myopie in nahezu allen Anwendungsfällen stoppen? Das ist mein eigentliches Ziel.
Wenn Sie eine Kohorte von Kindern betrachten, sehen Sie sehr unterschiedliche Verläufe. Einige stabilisieren sich sehr gut, bei anderen verlangsamt sich die axiale Verlängerung nur teilweise, und wieder andere zeigen weiterhin eine beschleunigte Progression. Das bedeutet: Es gibt individuelle Unterschiede, die wir wissenschaftlich noch nicht vollständig verstanden haben.
FOCUS: Und genau dort kommen Daten und KI mit der smarten Kinderbrille ins Spiel?
Gorny: Wir wissen zum Beispiel, dass optische Signale dosisabhängig wirken. Das heißt: Die Tragezeit ist entscheidend. Damit sind wir sofort beim Thema Compliance. Wenn wir Technologien einsetzen, die Rückmeldung darüber geben, ob ein Produkt ausreichend und korrekt getragen wird, dann können Eltern, Kinder und Behandler viel besser einschätzen, ob der gewünschte Effekt überhaupt erreichbar ist.
Das ist nicht als Kontrollinstrument gedacht, sondern als Feedbacksystem.
Und gleichzeitig werden so wichtige Daten gesammelt, die uns in der Entwicklung weiterhelfen. Diese Daten lassen sich mit der tatsächlichen Progression korrelieren. So können wir besser verstehen, welches Produkt bei welchem Profil besonders wirksam ist.
FOCUS: Also weg vom generischen Ansatz, hin zu einer stärker individualisierten Versorgung?
Gorny: Korrekt. Mein Wunsch wäre, künftig kein pauschales Modell mehr anzuwenden, sondern für jedes Kind ein individuelles Risikoprofil zu erstellen. Dann könnte man verschiedene Produkte gezielter aufeinander abstimmen und somit den bestmöglichen Match aus Produkt und Profil finden.
Eine solche Technologie hätte dabei vor allem eine Feedbackfunktion. Kinder und Eltern könnten nachvollziehen, ob ein Produkt tatsächlich richtig und lange genug angewendet wird, um den maximalen Effekt zu erzielen. Es geht also nicht um Kontrolle, sondern um eine Rückmeldung für Augenoptiker, Arzt, Eltern und Kind selbst.
Der zweite Punkt ist die Datengrundlage: Solche Systeme könnten Auskunft darüber geben, wie wirksam ein bestimmtes Produkt in Relation zur Myopie-Progression tatsächlich ist. Dabei spielen etwa Tragedauer, Lichtumgebung oder auch Sehgewohnheiten eine Rolle. Über longitudinale Daten ließe sich so besser verstehen, welcher Weg für welches Kind der richtige ist.
Auf dieser Basis könnten Kinder phänotypisch genauer beschrieben und ihre Verläufe mit Algorithmen modelliert werden. Das Ziel wäre dann nicht mehr ein generisches Standardmodell, sondern eine individuellere Versorgung. Wir werden einen ganzen Baukasten an Linsen haben und damit vermutlich in der Lage sein, den besten Match aus Produkt und Risikoprofil zu finden – und über Jahre hinweg zu verfolgen, ob sich die Entwicklung in die richtige Richtung bewegt.
FOCUS: Wenn wir über diesen Baukasten sprechen: In der Praxis wissen wir ja oft gar nicht vollständig, was parallel noch läuft. Das Kind trägt vielleicht die Brille, bekommt beim Sport aber zusätzlich Kontaktlinsen. Vielleicht läuft auch schon eine Atropin-Versorgung. Ist so etwas kontraproduktiv oder eher sinnvoll?
Gorny: Eine geprüfte Myopie-Kontroll-Kontaktlinse arbeitet im Kern mit einem sehr ähnlichen optischen Wirkprinzip wie entsprechende Brillengläser. Deshalb ist die Idee von Kombinationstherapien aus meiner Sicht sehr spannend.
Bei Atropin ist die Lage differenzierter. In den USA hat es die FDA-Zulassung in diesem Bereich nicht erreicht, weil der primäre Endpunkt aus klinischer Sicht nicht erreicht wurde. Gleichzeitig gibt es Studien aus Asien, die positive Ergebnisse zeigen. Das ist also kein einfaches Feld. Ich würde derzeit sagen: Wahrscheinlich schadet die Kombination nicht, aber ich hätte gern noch besser klinische Daten, bevor man eine klare Aussage trifft.
FOCUS: Und wie sehen Sie andere Ansätze wie Rotlicht?
Gorny: Auch da gilt: sehr spannend, aber mit Vorsicht zu betrachten. Gerade in China gab es zunächst große Erwartungen an Rotlichttherapien, zugleich aber auch erhebliche Diskussionen über die retinalen Risiken. Das Feld entwickelt sich weiter. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich in Zukunft niedrige Intensitäten oder bestimmte Kombinationen als sinnvoll erweisen. Aber ich glaube im Moment nicht, dass ohne ein optisches Signal ein dauerhaft vergleichbarer Effekt erzielt werden kann.
FOCUS: Es werden in solchen Zusammenhängen ja Gesundheitsdaten erhoben. Neben den Chancen stellt sich damit zwangsläufig auch die Frage nach Risiken: Wie sicher sind diese Daten? Wer kann darauf zugreifen?
Gorny: Grundsätzlich gilt: Der Konsument beziehungsweise der Patient oder die Eltern behalten die Kontrolle über diese Daten. Das ist ein zentraler Punkt. Natürlich kennen wir alle das Problem langer Nutzungsbedingungen, die kaum jemand vollständig liest. Aber in der Architektur solcher Systeme muss klar geregelt sein, wer was sehen darf.
Eine Freigabe für den behandelnden Arzt oder Augenoptiker kann sinnvoll sein, weil die Daten dann im Kontext größerer Datenmengen interpretiert werden können. Aber diese Freigabe muss aktiv erfolgen. Und wenn Daten statistisch oder wissenschaftlich ausgewertet werden sollen, braucht es ebenfalls eine Zustimmung.
FOCUS: Die große Herausforderung ist also weniger der einzelne Datensatz als die Systemarchitektur dahinter?
Norbert Gorny: Wenn sich solche Anwendungen skalieren, dann braucht es sauber getrennte Datenwelten. Gesundheitsdaten dürfen nicht einfach mit anderen Datenströmen vermischt werden. Natürlich bleibt immer ein Restrisiko, wenn Nutzer Drittanbieter-Apps oder unsichere Schnittstellen verwenden. Aber im vorgesehenen System muss Datensicherheit genauso selbstverständlich sein wie bei Smartphone oder Smartwatch.
FOCUS: Zum Schluss der Blick nach vorn: Welche Innovationen haben aus Ihrer Sicht das größte Potenzial, die tägliche Arbeit in augenoptischen Betrieben grundlegend zu verändern?
Gorny: Ich glaube, dass der eigentliche Hebel in der Verknüpfung vorhandener Informationen wie Biomarkern oder Retinal Imaging liegt. Nicht die isolierte Einzeltechnologie wird am Ende den größten Unterschied machen, sondern die Kombination verschiedener Technologien und Datenquellen. An dieser Schnittstelle entsteht der Mehrwert – für den behandelnden Augenoptiker ebenso wie für den Arzt.
Und genau dort liegt aus meiner Sicht auch die spannende Zukunft der Profession. Wenn der Beruf technologischer wird und sich stärker für Datentechnologien öffnet, entsteht ein völlig neues Attraktivitäts- und Kompetenzprofil.
Wenn ich es auf einen Begriff bringen soll, dann ist Oculomics für mich der übergeordnete Rahmen. Innerhalb dieses Feldes liegen im Moment jene Entwicklungen, die wissenschaftlich besonders viel Dynamik entfalten und langfristig vermutlich auch das größte Potenzial für das Gesundheitswesen insgesamt haben.
FOCUS: Herr Gorny, vielen Dank für das Gespräch.






