Anzeige
MIDO (Banner)
|

Forschung: Neues genetisches Risiko bei AMD entdeckt

Nahansicht des Auges einer älteren Frau mit Brille
Neuer Ansatzpunkt für zukünftige Therapien der Augenerkrankung AMD: Australische Forscher haben genetische Unterschiede bei Patienten entdeckt. Besonders die Unterform mit retikulären Pseudodrusen (RPD) steht im Zusammenhang mit Varianten auf Chromosom 10. Symbolbild: Curated Lifestyle/Unsplash

Studie zeigt Zusammenhang zwischen Chromosom 10 und retikulären Pseudodrusen

Australische Forscher haben einen entscheidenden Unterschied in den genetischen Veränderungen bei Patienten mit Altersbedingter Makuladegeneration (AMD) identifiziert. Die internationale Studie weist darauf hin, dass retikuläre Pseudodrusen (RPD), eine Unterform der AMD, mit genetischen Varianten auf Chromosom 10 in Verbindung stehen.

Die Analyse umfasste mehr als 14.000 Teilnehmer und wurde vom Centre for Eye Research Australia, dem Walter and Eliza Hall Institute sowie der University of Melbourne durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Nature Communications“ veröffentlicht.

Genetische Unterschiede eröffnen neue Forschungsansätze

Die Studie zeigt, dass bei Patienten mit RPD kein Zusammenhang mit bekannten Genveränderungen auf Chromosom 1 besteht, die bisher als Hauptfaktor für AMD galten. Stattdessen deutet alles auf Signalwege im Bereich von Chromosom 10 hin. Augenscans der betroffenen Patienten zeigten zudem eine dünnere Netzhautstruktur, was nach Ansicht der Autoren weitere Untersuchungen rechtfertigt. „Unsere Ergebnisse unterstreichen, dass AMD keine einheitliche Erkrankung sei. Vielmehr handle es sich um eine Gruppe verwandter Erkrankungen, die möglicherweise maßgeschneiderte Therapieansätze erforderten“, erklärte die Co-Leiterin der Studie, Prof. Robyn Guymer.

Anzeige
Retinalyze (Banner)

„Retikuläre Pseudodrusen-Ablagerungen, die in Augen-Scans sichtbar sind, wurden mit einer schlechteren Sehfunktion und schlechteren Behandlungsergebnissen in Verbindung gebracht“, berichtete Guymer. „Nun hat unsere Forschung herausgefunden, welche genetischen Veränderungen offenbar diese schwerwiegendere Form der AMD verursachen. Diese Entdeckung liefert einen entscheidenden Anhaltspunkt für die Entwicklung neuer Medikamente, die auf diese Veränderungen abzielen. Möglicherweise verhindert dies den Verlust der Sehkraft, bevor er einsetzt.“

Chromosom 10 als neuer Ansatzpunkt bei häufiger Augenerkrankung

Die Co-Leiterin Prof. Melanie Bahlo ergänzte: „Unsere Studie ist die erste, die darauf hindeutet, dass retikuläre Pseudodrusen-Ablagerungen durch Signalwege im Zusammenhang mit Chromosom 10 verursacht werden – und nicht durch die bekannten AMD-bezogenen Gene auf Chromosom 1.“

Diese Erkenntnis sei bedeutsam. Denn sie zeige, dass untersucht werden muss, wie genetische Veränderungen auf Chromosom 10 die Netzhautstruktur beeinflussen. Auch müssen Therapien entwickelt werden, die über die Komplementfaktoren hinausgehen, um die Bildung von Ablagerungen auf der Netzhaut zu verhindern, die das Sehvermögen gefährden.

Ähnliche Beiträge

  • Hornhautendothelbeschläge

    Das sogenannte SOAPE-Prinzip ist ein in der Medizin häufig genutztes Schema zur Beschreibung von Pathologien und deren Behandlungsstrategien. Diesmal stellt sich eine Kunde vor der zunächst keine Auffälligkeiten hat.

  • Forschung: Wenn Schlanksein einmal kein Vorteil ist

    Wer einige Pfunde zu viel mit sich herumträgt, für den halten die Nachrichten aus Wissenschaft und Forschung selten etwas Gutes bereit. Über eine bemerkenswerte Ausnahme von dieser Regel berichten nun gleich zwei Studien, die Forschende aus Australien und den USA veröffentlichten. Wie sie zeigen, ist ein leicht erhöhter Body-Mass-Index (BMI) offenbar mit einem geringeren Risiko verbunden, an einem Glaukom zu erkranken.

  • Hochschule Aalen: Alumni-Weiterbildungsseminar der Friends of Optometry e.V.

    Am vorletzten Septemberwochenende fand im Aula- und Hörsaalgebäude der Hochschule Aalen das jährliche Alumni-Meeting der Aalen Friends of Optometry e.V. statt. Das mit 6 COE- (Continuing Optometric Education)-Punkten dotierte Weiterbildungswochenende war vollgepackt mit spannenden Vorträgen und Diskussionen, die von zum Teil extra für die Veranstaltung unter anderem aus den USA angereisten hochkarätigen Experten auf dem Gebiet der Optometrie präsentiert wurden.

  • Topcon: Dreifache Verstärkung im Vertriebsteam

    Topcon Healthcare hat seine Präsenz im deutschen Markt verstärkt und begrüßt mit Carolin Hoppe, Dennis Geuther und Gil Levi drei neue Mitarbeitende im Vertriebsaußendienst, die über Erfahrung in den Bereichen Augenoptik, Optometrie und Ophthalmologie verfügen.