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Geht nicht

Bild: fran_kie / stock.adobe

Das geht doch nicht! Das kann man doch nicht machen! Warum sind wir eigentlich ein Land geworden, in dem gleich wenn eine neue Idee aufkommt, immer erst sondiert wird, wie man etwas verhindern kann, anstatt sich einzulassen auf Neues?

Und ich verlange ja nicht, jedem Nonsens-Vorschlag blind zu folgen, wie Tieren das Wahlrecht zu erteilen, oder einen Bundeskanzler-Kandidaten auf ein Denkmal zu projizieren … oh, wait. Wobei genaugenommen hier auch einmal etwas schlichtweg in die Tat umgesetzt worden ist, ohne die Mitbewerber nach deren Meinung zu fragen. Doch natürlich wird auch solch ein Vorgehen dann im Nachgang moniert. Und hier haben wir es wieder: schön noch gemeckert, statt vorab verhindert – oder gar selbst einen Marketing-Coup geschafft. Aber hauptsächlich negativ.

Entscheidungskraft, Handlungsfähigkeit – das waren doch mal die Stärken Deutschlands. Wir könnten doch auch mal anpacken, statt heute schon direkt einzupacken. Nein, wir machen uns lieber klein mit Hut! Wir müssen schleunigst raus aus diesem Phlegma, das uns seit Jahren begleitet und schnellstens dafür sorgen, dass „Made in Germany“ nicht zum Auslaufmodell verkommt.

Nun aber zum guten Teil: Auch wenn die Rahmenbedingungen nicht ideal sind, ist die augenoptische Branche weiter erstaunlich stark darin, neue Trends aufzunehmen und dann auch recht zügig umzusetzen. Innovativ ist unsere Branche definitiv!

Dass wir eine Sonderstellung genießen, sieht man auch an den Kennzahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung der inhabergeführten Augenoptikbetriebe, die der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) auf der Opti in München Ende Januar präsentiert hat. Ein Umsatzplus von 1,8% gegenüber dem Vorjahr zeuge von einer soliden Leistung der mittelständischen Betriebe. Man hebe sich damit ab vom Markt, dem es in großen Teilen schlechter ginge. Wobei das einem selbst noch nie so wirklich geholfen hat, muss man auch zugeben.

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Schließlich seien die Ergebnisse in einem „wirtschaftlich herausfordernden Umfeld mit geringer Konsumneigung“ erzielt worden. „Verglichen mit anderen Handwerksbranchen können wir durchaus zufrieden sein. Doch von Optimismus sind wir in der Branche weit entfernt“, erklärte ZVA-Präsident Christian Müller. Für die Gesamtbranche, die auch große Filialunternehmen umfasst, könne ein Umsatzplus von geschätzt 2-3% erreicht worden sein. Eine weitere Beschreibung dazu lautete „passable Stabilität“. Nunja, das wollen wir ja nicht so gerne hören, Und da geht in Zukunft wieder mehr, da bin ich sicher.
Als ein Beispiel für Tatkraft kann dann auch die Opti selbst, als wichtigste Augenoptik-Messe für den DACH-Markt, herangezogen werden. Denn hier ließ man sich auch in (noch) schwierigeren Zeiten nicht absägen, sondern hat Fehler eingestanden und nach Auswegen gesucht. Sowas nennt man Rückgrat zeigen, habe ich mal gelernt.

So hat die GHM, Veranstalter der Messe, auch für die vergangene Ausgabe wieder kräftig angepackt und eine Menge an Branchenwissen mit ins Boot geholt. (In den nächsten Ausgaben finden Sie übrigens die ausführlichen Nachberichte zur Opti nach Themenbereichen aufgeschlüsselt.)

Dass sowas mit Engagement – oder wirtschaftlich gesprochen: einem Invest – verbunden ist, keine Frage. Und wir haben auch wieder investiert in München. Damit meine ich gar nicht mal unsere Teilnahme als Aussteller, die uns unheimlich viele positive Kontakte mit Ihnen, liebe Leser bzw. neuer Abonnent, eingebracht hat. Auch mit dem Sustainability Hub supported by FOCUS (auch dazu mehr in der kommenden Ausgabe) haben wir Flagge gezeigt, dass auch wir jederzeit bereit sind, „reinzubuttern“.

Denn als Beispiel für andere Branchen kann die Augenoptik unbedingt dienen – gerade in nicht ganz so rosigen Zeiten.
So meinte auch Lorraine Berton Anfang Februar auf der Pressekonferenz zur Vorstellung der 53. Mido-Ausgabe – übrigens die erste Frau in dieser wichtigen Position überhaupt –, dass „in einem historischen und wirtschaftlichen Moment von großer Ungewissheit, wie wir ihn gerade erlebten“, es an und für sich schon eine „Pflicht und eine Notwendigkeit sei, der Welt die industrielle Stärke und die Wirtschaftskraft eines gesunden und florierenden Produktionssektors wie der Brillenindustrie zu demonstrieren“. Das geht in die richtige Richtung!

Insgesamt sehen wir also, es tut sich was, denn es geht (wohl) was. Sogar einiges.

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