Anzeige
Menicon (Banner)
|

Pro Retina: Zu lange Wege bei seltenen Netzhauterkrankungen

Symbolbild: Louis Reed/Unsplash

Unterschiedliche Symptome und seltene Befunde erschweren die Diagnose

Menschen mit seltenen Netzhauterkrankungen warten im Durchschnitt rund zehn Jahre auf eine gesicherte Diagnose. Laut Pro Retina Deutschland konsultiert etwa ein Fünftel der Betroffenen mehr als fünf Ärzte, rund ein Drittel erlebt zuvor eine Fehldiagnose. Zum Tag der seltenen Erkrankungen am 28. Februar fordert die Selbsthilfevereinigung vorhandene diagnostische Möglichkeiten konsequenter zu nutzen.

Die endgültige Diagnose bedeute für viele Patienten eine deutliche Entlastung, erklärte Pro Retina-Geschäftsführer Dario Madani. Jüngere Betroffene erhielten die Diagnose durchschnittlich nach zwei Jahren – diesen Zeitraum wünscht sich der Verband für Patienten aller Altersgruppen.

Wissenstransfer und molekulargenetische Diagnostik nötig

Um die Diagnosewege zu verkürzen, setzt Pro Retina auf Aufklärung. Betroffene sollen lernen, Symptome besser zu erkennen und einzuordnen, parallel dazu möchte man Ärzte stärker für seltene Erkrankungen sensibilisieren. Der Verband betont, dass die Seltenheit der Krankheitsbilder bei der Diagnosestellung häufig eine Rolle spiele.

Anzeige
Essilor (Banner)

Zur Absicherung der Diagnose sei ein Gentest erforderlich. „Das für die Erkrankung verantwortliche Gen zu kennen, ist entscheidend für die Familien- und Lebensplanung. Außerdem ermöglicht dieses Wissen, an klinischen Studien teilzunehmen“, erklärt Dr. Sandra Jansen, Fachreferentin Diagnose und Forschung von Pro Retina und Leiterin des Patientenregisters, und ergänzt: „Klinische Studien wiederum sind Voraussetzungen für die Entwicklung neuer Therapien. Daher sollte jeder Betroffene einen Gentest machen lassen.“

An diesem Punkt setzt auch die Kampagne „Kenne dein Gen“ an, die Pro Retina vor einigen Jahren initiiert hat und dieses Jahr fortsetzen wird.

Ähnliche Beiträge

  • Augenärztliche Versorgung in Pflegeheimen unzureichend

    Über 80-Jährige sind in Bezug auf Augenerkrankungen eine Hochrisikogruppe. Die ophthalmologische Versorgung von Bewohnern in Pflegeeinrichtungen verdient daher besondere Aufmerksamkeit, findet jedoch nicht in ausreichendem Umfang statt, wie eine Bonner Studie nun herausgefunden hat.

  • Oculus: Sportler mit Down-Syndrom unterstützt

    In diesem Jahr fand das 22. Deutsche Down-Sportlerfestival in Wetzlar statt. Mit dabei als „Lokalmatador“ war der Optikgerätehersteller Oculus – und das sowohl als Sponsor als auch mit aktiver Beteiligung in Form einer „Seh-Olympiade“.

  • Sehen am Bildschirm

    Rund 63% aller Arbeitsplätze verfügen heute über einen Bildschirm – und viele über mehrere. Trockene Augen, Reizungen oder Sehprobleme wie Kopfschmerzen oder verschwommenes Sehen sind die Folgen. Als häufig erster Ansprechpartner kann der Augenoptiker/Optometrist hier seine Kompetenz beweisen.

  • Hochschule Aalen: 13. Optometrie-Weiterbildungskongress 

    Der Verein Aalen Friends of Optometry und die Hochschule Aalen haben am 20. und 21. September zum 13. internationalen Weiterbildungskongress für Augenoptiker eingeladen. Über 80 Teilnehmende aus Deutschland, der Schweiz und weiteren Ländern informierten sich über aktuelle Entwicklungen in der Optometrie.

  • Zeiss: Schwacher Jahresstart im Medizintechnikgeschäft

    Carl Zeiss Meditec ist mit einem verhaltenen ersten Quartal in das neue Geschäftsjahr gestartet. Die beiden zentralen Medizintechnik‑Bereiche Ophthalmology und Microsurgery, mit Lösungen für Augenheilkunde, refraktive und Kataraktchirurgie sowie Visualisierungssysteme, verbuchten jeweils Rückgänge.