Anzeige
MIDO (Banner)
| |

Spectaris: Bürokratie als Wirtschaftsbremse

Spectaris-Vorsitzender Dr. Bernhard Ohnesorge
Spectaris-Vorsitzender Dr. Bernhard Ohnesorge. Bild: Spectaris

2024 muss zum Jahr des Bürokratieabbaus werden

Angesichts der weltweiten Krisen und des Streits um den Bundeshaushalt erwartet das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) einen Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung auch im kommenden Jahr. Das wäre das zweite Jahr mit schrumpfender Wirtschaft in Folge. „Während die Wirtschaft im Ausland wächst, stottert der deutsche Wirtschaftsmotor. Deutschland steht unter den großen Ländern damit völlig alleine da. Das bedeutet: Die Probleme sind hausgemacht. Andere Wirtschaftsnationen machen es besser“, betont Spectaris-Vorsitzender Dr. Bernhard Ohnesorge.

Die Wirtschaft brauche Sicherheit, Unterstützung und positive Signale von der Politik, aber das Gegenteil sei der Fall. „Die Unsicherheit bei den Unternehmen ist groß, der Frust wächst“, betont Ohnesorge. Von einer Aufbruchstimmung sei gerade nichts zu spüren. Ein Grund hierfür: bürokratische Hürden. „Die Politik beschließt unentwegt zusätzliche administrative Hürden für unsere ohnehin seit Jahren krisengeplagten Unternehmen. Statt versprochenem Belastungsmoratorium kommen permanent neue Vorschriften hinzu“, so Ohnesorge weiter.  

Eine aktuelle Umfrage von Spectaris, dem DIHK und Medical Mountain habe jüngst für Entsetzen gesorgt: Aufgrund der neuen Medizinprodukteverordnung werden in mehr als jedem zweiten Produktportfolio einzelne Produkte, teils ganze Produktlinien und komplette Sortimente vom Markt genommen. In fast 20% der Fälle gibt es keine gleichwertigen Alternativen am Markt. Der Schaden für die Gesundheitsversorgung und letztlich für die industrielle Gesundheitswirtschaft durch überbordende Regulierung sei an diesem Beispiel unübersehbar, findet Spectaris.

Anzeige
Retinalyze (Banner)

Eine Studie der EU-Kommission erkannte bereits 2020, dass der relative Verwaltungsaufwand von KMUs rund fünfzehn Mal größer ist als bei größeren Unternehmen. Unternommen werde dagegen aber nichts. Im Gegenteil: Seit 1. Januar 2024 gilt das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz auch für Betriebe mit mehr als 1.000 Beschäftigten. Zuvor lag die Grenze bei 3.000 oder mehr Beschäftigten. Davon unabhängig werden in den Geschäfts- und Lieferbeziehungen heute schon alle Anforderungen des Gesetzes auf kleine Firmen durchgereicht, unabhängig von der Größengrenze. Hinzu komme nun noch die EU-Richtlinie zur Sorgfaltspflicht von Unternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit (CSDDD), deren Regelungen zu einer weiteren unverhältnismäßigen, enormen bürokratischen Belastung der Unternehmen führen, verbunden mit Sanktions- und Haftungsregeln, die laut Spectaris „realitätsfern und nicht zielführend“ sind.

Die Bürokratie nimmt in der Summe aus europäischer und deutscher Regulierung zu, nicht ab, sei es die europäische Medizinprodukteverordnung, das drohende PFAS-Beschränkungsverfahren, zahllose Berichtspflichten oder der AI-Act. „Dabei hinterlässt schon die bloße Ankündigung tiefe Spuren bei Investitionsentscheidungen, selbst wenn diese nach jahrelangen Verfahren ganz oder teilweise zurückgenommen wird. Es darf beim Bürokratieabbau nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben“, sagt Ohnesorge. „2024 muss endlich das Jahr des Bürokratieabbaus werden. Nur so kann Deutschland seine beeindruckenden Stärken ausspielen.“

Ähnliche Beiträge

  • ANFAO: Holpriges Halbjahr für italienischen Brillenmarkt

    ANFAO veröffentlichte neue Zahlen zur Entwicklung des italienischen Brillenmarktes. Demnach beendete die italienische Brillenindustrie das Jahr 2023 mit einem positiven von den Exporten getragenen Ergebnis, erlebte aber eine von Verlusten geprägte erste Jahreshälfte.

  • Silhouette: Guggenheim-Museum Bilbao als neuer Partner

    Seit den 1990er-Jahren setzt Silhouette auf Titan für seine Brillenfassungen – und auch in den kommenden Kollektionen bleibt das Material ein prägendes Element. Das Unternehmen startet dazu jetzt eine internationale Kampagne, die mit dem Guggenheim-Museum in Bilbao das passende Setting bereitstellt.

  • Brillen-Profi: Optometrie im Mittelpunkt der Thementage 2025

    Mit einem Schwerpunkt auf Optometrie und praxisorientierte Lösungen verzeichneten die Thementage 2025 von Brillen-Profi einen hohen Zuspruch. Rund 200 Mitglieder nahmen an der Roadshow in Dortmund, Hamburg, Leipzig, München und Stuttgart teil.

  • Optiker Bode präsentiert die Keytrends 2025/2026

    Optiker Bode präsentiert in Hamburg seine Eyewear Kollektion 2025/2026. Die Veranstaltung gilt als Trendbarometer der Branche. Ab dem Frühjahr 2026 werden neue Brillenmodelle des Modeexperten Jorge Gonzalez bei Optiker Bode angeboten.