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Wagner + Kühner: Erneuter Insolvenzantrag

Firmengebäude von Wagner + Kühner in Bad Kreuznach
Der traditionsreiche Fassungsanbieter Wagner + Kühner kommt nicht zur Ruhe und steht nach 2023 wieder vor einem Insolvenzverfahren. Foto: Wagner + Kühner

Altlasten und Markteinbruch als Hauptgründe

Die Wagner + Kühner GmbH hat zwei Jahre nach der ersten Insolvenz erneut einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren beim Amtsgericht Bad Kreuznach gestellt. Das Geschäft läuft aktuell stabil und uneingeschränkt weiter, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.

Anfang 2023 wurde die erste Insolvenz eingeleitet und es schien, als könnte sich der traditionsreiche Anbieter von Brillenfassungen und Sonnenbrillen erholen. Hintergrund der aktuellen Entwicklung sind nun finanzielle Altlasten aus der Vergangenheit sowie ein unerwarteter Markteinbruch in der Branche im ersten Halbjahr 2025, wie der Insolvenzverwalter Jens Lieser von Lieser Rechtsanwälte mitteilt. 

Gesellschafter zieht sich aus gesundheitlichen Gründen zurück

Das operative Geschäft des Unternehmens sei stabil, man habe es nach der Übernahme im Jahr 2023 durch umfangreiche Investitionen, Prozessoptimierungen, neue Produkte und Produkterweiterungen deutlich stärken können. „Wir haben in den letzten zwei Jahren vieles richtig gemacht und Wagner + Kühner auf einen zukunftsfähigen Kurs gebracht. Der unerwartete Markteinbruch und die schwere Erkrankung unseres Gesellschafters zwingen uns nun jedoch zu weiteren strukturellen Anpassungen“, erklärt Jens Zimmermann, Geschäftsführer von Wagner + Kühner. 

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Ziel des neuerlichen Insolvenzverfahrens sei es, ein zweites Mal den Brillenanbieter zu erhalten und fortzuführen. Hierzu werde eine tragfähige Investorenlösung gesucht. „Wagner + Kühner verfügt über eine starke Marktposition, ein intaktes Geschäftsmodell und engagierte Mitarbeitende. Vor diesem Hintergrund bin ich optimistisch, dass wir eine Zukunftslösung finden und eine nachhaltige Fortführung ermöglichen können“, sagt RA Jens Lieser. 

Löhne und Gehälter vorerst gesichert

Der Geschäftsbetrieb werde ohne Einschränkungen fortgeführt. Alle Kunden würden auch weiterhin ununterbrochen Brillen-Ersatzteile und die neuen Kollektionen erhalten, heißt es in der Mitteilung des Insolvenzverwalters. „Alle Bestellungen werden wie gewohnt verlässlich und pünktlich ausgeliefert. Die Löhne und Gehälter der 28 Beschäftigten von Wagner + Kühner sind für die Monate Juni, Juli und August 2025 über das Insolvenzgeld über eine entsprechende Vorfinanzierung gesichert.“

Trotz des positiven operativen Verlaufs in den letzten Monaten – darunter erfolgreiche Produkteinführungen, ein gestärktes Marketing und die Anhebung der Qualitätsstandards – sei der relevante Markt für Brillenfassungen und Sonnenbrillen seit Jahresbeginn eingebrochen. Als zudem der Ausstieg des Gesellschafters aufgrund seiner Erkrankung hinzukam, habe sich abgezeichnet, dass die Fortführung des Unternehmens nur durch einen neuen Investor möglich sei.

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