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50 Jahre Fielmann

Bilder: Fielmann

Eine beispiellose augenoptische Geschichte

Als Günther Fielmann am 21. September 1972 sein erstes Geschäft in Cuxhaven eröffnet, steckt eine einfache Idee dahinter: Im Mittelpunkt soll der Kunde stehen, nicht der maximale Profit. Zu einer Zeit, als traditionelle Augenoptiker einen weißen Kittel trugen, Brillen in Schüben verwahrten und eine Vorauswahl für Kunden trafen, war diese Idee revolutionär. Die Preise waren einheitlich hoch. Wer nicht genügend Geld zur Verfügung hatte, konnte lediglich eines von acht Kassengestellen wählen – gesetzlich Versicherte wurden so sozial stigmatisiert.

Ein börsennotiertes Unternehmen, das eigentlich nur einen Weg kennt – nach vorne –, musste zuletzt auf die Bremse treten und sich kritisch hinterfragen. Nach weiteren Auswirkungen der Pandemie auf das Geschäft und neuen Herausforderungen durch den Krieg in der Ukraine hat der „Branchenprimus“ eigene Gewinnprognosen einkassiert und Maßnahmen zur Profitmaximierung vorgestellt, die u.a. Einsparungen und den erhöhten Einsatz von Eigenmarken vorsehen. Wie es ohne diese Krisen für Fielmann ausgesehen hätte? Besser, keine Frage! Erleben Sie im FOCUS ein halbes Jahrhundert beispiellose Geschichte in der Augenoptik.

1970er: Die Anfänge

Mit der Eröffnung seines ersten Geschäfts im Jahr 1972 verändert Günther Fielmann den Brillenmarkt durch günstige Preise und umfangreiche Serviceleistungen nachhaltig. Die bis heute prägende Unternehmensphilosophie mit dem Leitsatz „Der Kunde bist Du“ wird formuliert. Damals eingeführte Garantien gelten bis heute − drei Jahre Garantie auf Qualität und Verarbeitung, eine Geld-zurück-Garantie als Beleg der Preiswürdigkeit und eine Zufriedenheitsgarantie − jede Reklamation wird anerkannt.

1980er: Die historischen Leistungen

1981 erfolgt der endgültige Durchbruch mit dem „Brillenchic zum Nulltarif“: Von einem Tag auf den anderen bietet Fielmann gesetzlich Versicherten statt der acht Kassengestelle 90 hochwertige Metall- und Kunststoffbrillen in 640 Varianten zum Nulltarif. Günther Fielmann: „Vor Fielmann trugen all diejenigen, die sich keine Zuzahlung für eine teure Feinbrille leisten konnten, den Nachweis ihres niedrigen Einkommens auf der Nase. Fielmann hat die Diskriminierung per Sozialprothese abgeschafft!“ Diese Demokratisierung der Brillenmode als historische Leistung des Unternehmensgründers Günther Fielmann trug ihm den Spitznamen „Robin Hood der Fehlsichtigen“ (FAZ) ein und schaffte die Grundlage des Erfolgs als „Brillenkönig“ (Die ZEIT).

1990er: Die Expansion

Mit dem Fall der Mauer 1989 beginnt für Fielmann die Expansion in die neuen Bundesländer. So wird aus „einem großen deutschen Optiker“ der größte Optiker der wiedervereinigten Bundesrepublik und der größte Arbeitgeber der Branche. Der Börsengang 1994 ermöglicht dann die Expansion ins Ausland. Zum Ende des Jahrzehnts erfolgen die Markteintritte in Österreich, Polen und der Schweiz.

2000er: Der Produzent und Ausbilder

Anfang der 2000er Jahre errichtet Fielmann ein Produktions- und Logistikzentrum in Rathenow an der Havel, der Heimat der deutschen Augenoptik. Durch den Entfall der Zwischenhändler kann das Unternehmen so deutlich günstigere Preise anbieten als Mitbewerber. In einer der größten Hightech-Fertigungen der Branche weltweit werden heute von knapp 1.000 Mitarbeitern Millionen Gläser und Brillen „Made in Germany“ hergestellt.  

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Während die gesetzlichen Krankenkassen ihre Leistungen für Brillen seit 2004 nahezu vollständig eingestellt haben, bietet Fielmann in Zusammenarbeit mit der HanseMerkur-Versicherung weiterhin Brillen zum Nulltarif: Für nur 10 € pro Jahr erhalten Kunden eine komplette Brille mit Korrektionsgläsern, sind gegen Bruch, Beschädigung und Sehstärkenveränderung versichert. Mehr als 9 Millionen Kunden haben sich bereits für die Nulltarif-Versicherung entschieden.

2006 folgt die Einweihung der Fielmann Akademie Schloss Plön, ehemals Sommerresidenz des dänischen Königs, heute die größte Bildungsstätte für Augenoptiker weltweit. Mit nur 5% aller augenoptischen Fachgeschäfte in Deutschland bildet Fielmann mehr als 40% des Nachwuchses in der Augenoptik aus. Das Familienunternehmen ist größter Ausbilder der Branche.

2010er: Die Nachfolge

2012 tritt mit Marc Fielmann die zweite Generation in das Familienunternehmen ein. Gemeinsam mit seinem Vater beschleunigt er die Internationalisierung des Unternehmens und leitet die digitale Transformation des Geschäftsmodells ein. Nach acht gemeinsamen Jahren übergibt Günther Fielmann Ende 2019 die Unternehmensführung an seinen Sohn. Mit der Übernahme von Optika Clarus in Slowenien und Optica Universitaria in Spanien wird aus Fielmann die Fielmann-Gruppe.

2020er: Die Gegenwart

Binnen fünf Jahrzehnten ist aus einem augenoptischen Fachgeschäft ein europaweit tätiger Omnichannel-Anbieter für Augenoptik und Hörakustik erwachsen. Heute versorgen nach Unternehmensangaben 22.000 Mitarbeiter 27 Millionen Kunden in 16 europäischen Ländern. Damals gilt als ein Erfolgsgeheimnis von Fielmann die konsequente Kundenorientierung. Mit Rekordzahlen bei Kundenzufriedenheit und Wiederkauf von mehr als 90% baut der Marktführer seine Position kontinuierlich aus.

Claudia, Oliver, Frank & Co. zum Jubiläum

Anlässlich des 50-jährigen Firmenjubiläums hatte Fielmann die Woche vom 19. bis 24. September zur Jubiläumswoche ausgerufen und mit mehreren Aktionen den runden Geburtstag mit den Kunden gefeiert. So verschenkte das Unternehmen in diesem Zeitraum jede 50. Brillenfassung in den Niederlassungen oder auf seiner Webseite. Wer seinen Auftrag im Geschäft direkt um eine zweite Brille ergänzte, erhielt auf die günstigere von beiden außerdem 50% Rabatt. Daneben gab es ein Gewinnspiel mit 300.000 Preisen.

Das Modell „Frank“ aus der Jubiläumskollektion.

Außerdem hat Fielmann eine exklusive, limitierte Jubiläumskollektion entworfen: Mit ausdrucksstarken Formen in Verlauf- und Statement-Farben wurde das Design der 70er-Jahre zeitgemäß in 18 Brillen interpretiert, die eine Hommage an die Gründungstage des Unternehmens sein sollen. Das spiegelt sich auch in ihren Namen wider: Oliver, Frank, Claudia und Peter gehörten damals in Deutschland zu den beliebtesten Vornamen. Inspiration für die Designs lieferte das unternehmenseigene Archiv. Die Materialien stammen wie damals zu 100% aus Italien, die Fassungen sind von Hand gefertigt und mit dem Jubiläumslogo geprägt.

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