ANFAO: Italienische Brillenexporte zeigen Erholungssignale
Europa kompensiert Schwäche des US-Marktes teilweise
Die italienische Brillenindustrie hat im ersten Halbjahr 2026 Exporte im Wert von etwas mehr als 2,7 Mrd. Euro erzielt. Das geht aus aktuellen Daten des italienischen Branchenverbands ANFAO (Associazione Nazionale Fabbricanti Articoli Ottici) hervor, der die Hersteller von Brillen, Fassungen und Brillengläsern vertritt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Rückgang von 2,7%. Während die Ausfuhren von Sonnenbrillen um 3,7% und von Fassungen um 1,1% nachgaben, legten Brillengläser um 6,0% zu.
Monatliche Entwicklung verbessert sich
Trotz des insgesamt rückläufigen Halbjahresergebnisses zeigte sich im Jahresverlauf eine positive Tendenz. Nach einem Minus von 14,3% im Januar verringerte sich der Abstand zum Vorjahr in den Folgemonaten kontinuierlich. Im April erreichten die Exporte wieder ein Plus von 3,0%, im Juni lagen sie 3,7% über dem Vorjahreswert.
Als wichtigste Belastung für die Branche gilt weiterhin der US-Markt. Die Exporte von Fassungen und Sonnenbrillen in die Vereinigten Staaten sanken im ersten Halbjahr um 25,1% auf rund 320 Mio. Euro. Nach Angaben des italienischen Branchenverbands wären die Ausfuhren ohne die Entwicklung in den USA insgesamt gewachsen.
Europa als Wachstumstreiber bei den Brillenexporten
Europa erwies sich erneut als stabiler Absatzmarkt. Die Exporte von Fassungen und Sonnenbrillen stiegen hier um 4,4%. Zu den wichtigsten Wachstumsmärkten zählten Deutschland (+7,1%), Portugal (+13,4%) und Polen (+20,9%). Auch Spanien verzeichnete ein Plus von 3,5%.
Die unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Regionen unterstreichen laut ANFAO die Bedeutung einer breiteren Marktdiversifizierung. Während etwa die Exporte nach Hongkong (+72,9%) und in die Türkei (+7,8%) zulegten, gingen sie unter anderem in China (-22,8%), Mexiko (-20,0%) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (-20,9%) zurück. Für das zweite Halbjahr zeigt sich der Verband vorsichtig optimistisch, verweist jedoch weiterhin auf ein von wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten geprägtes Marktumfeld.


